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Kommunikation, Was die Kinder fragen

Kinderfragen bei Alzheimer: Warum spricht die Oma nicht?

Meine Kinder wissen schon lange, dass ihre Oma Alzheimer hat. Wenn wir meine Eltern besuchen, erleben sie hautnah, was es bedeutet, mit Demenz zu leben und welche Einschränkungen die Krankheit mit sich bringt. Manches verwundert sie, manches nicht. Ich bin jedes Mal froh, wenn sie fragen, denn das heißt, dass sie ihre Gedanken nicht mit sich alleine ausmachen oder sich gar die Schuld geben, sondern dass ich ihnen Erklärungen bieten kann und wir uns austauschen. Unabhängig voneinander wollten meine Sieben- und meine Elfjährige vor kurzem wissen, warum die Oma nicht spricht. Ja, das habe ich mich auch schon oft gefragt – und auch, wenn ich weiß, dass es ein Teil der Krankheit ist, hoffe ich doch immer noch, dass sich das ändern kann. Wie ich das meinen Töchtern erklärt habe und es mir geholfen hat, nicht nur das Negative, sondern auch die schönen Momente zu sehen – und sie zu nutzen

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Wie ich helfen kann

Alzheimer und Corona: Ohne echte Nähe geht es nicht. Aber auch nur mit Vorsichtsmaßnahmen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem neuen Coronavirus gehen zurück. Dazu kommen immer mehr Lockerungen: Viele Kinder gehen wieder in die Schule und den Kindergarten, Friseure und Geschäfte sind offen, Restaurants und Cafés ebenfalls. Was heißt das? Schon lange grübele ich über die Frage, wann ich wieder zu meinen Eltern fahren und Mama sehen kann. Wann kann ich meinem Papa helfen, der in den vergangenen Wochen die Pflege und Betreuung von Mama alleine gemeistert hat? Theoretisch möglich ist es ja, aber ist es auch gut? Oder gefährde ich meine Eltern damit? Das Virus ist ja immer noch da und eine Ansteckung möglich. Und ich weiß, dass meine Mama zu der Risikogruppe gehört. Aber ganz ehrlich: Kontakthalten mit und einem Menschen mit fortgeschrittener Demenz aus der Ferne nahe sein zu können, das ist eine Illusion. Ich weiß, dass Mama Nähe braucht, und zwar echte Nähe. Und mein Papa auch. Wie all die anderen pflegenden Angehörigen trägt er die Last alleine – und das funktioniert nicht auf Dauer. Über unseren zaghaften Weg und warum es so wichtig ist, sich an bestimmte Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen zu halten.

Papa und ich
Was ich meiner Mama sagen möchte

Lieber Papa, weißt du, dass du dich großartig um Mama kümmerst? Und dass du trotzdem Hilfe brauchst?

An dieser Stelle schreibe ich immer Briefe an meine Alzheimer-kranke Mama. Es sind meine Fragen und Gedanken, die ich ich so gerne mit ihr teilen möchte. Heute schreibe ich einen Brief an meinen Papa. Ein mini-bisschen, weil bald Vatertag ist. Meinem Papa war dieser Tag immer ziemlich egal – und doch ist er eine wunderbare Gelegenheit Danke zu sagen. Denn ohne meinen Papa würde es meiner Mama nicht so gut gehen. Das ist der Hauptgrund für meinen Brief. Mein Papa leistet jeden Tag Großartiges, so wie Millionen pflegender Angehöriger. Aber ich sehe auch, dass er tagtäglich mehr leistet, als er auf Dauer geben kann. Ich spreche oft mit ihm darüber und dränge ihn, mehr Hilfe anzunehmen. Denn ich habe Angst um ihn und mache mir Sorgen.

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Wie ich helfen kann

Sich informieren und austauschen – eine Gemeinschaft für Menschen mit Demenz werden

Die Diagnose Alzheimer verändert so unglaublich viel im Leben des Betroffenen, aber auch im Leben seiner Kinder, Enkel, Geschwister, Freunde, Nachbarn... Es ist ein Alzheimer und wir, deshalb habe ich meinem Blog ja auch diesen Namen gegeben. Ideal wäre es, wenn sich alle im Umfeld des Betroffenen informieren und mit dem Thema Demenz beschäftigen. Für die nächsten Angehörigen ist das natürlich am wichtigsten, denn sie sind diejenigen, die im Alltag betreuen und pflegen. Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen profitieren aber auch, wenn andere – der Nachbar, die Freunde vom Tennisclub oder die ehemalige Kollegin – sich informieren und offen sind für das Thema Demenz. Es ist eine schreckliche Diagnose, aber das Leben mit Alzheimer muss nicht schrecklich sein. Es ist bunt und wunderschöne Momente sind auch mit Demenz möglich. Betroffenen tut es gut, wenn sie auf Verständnis treffen – in allen Bereichen des Lebens – und sich Menschen informieren und austauschen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, sich mit Alzheimer auseinanderzusetzen und zu lernen. Und wenn ich von lernen spreche, dann meine ich nicht Fakten lernen, sondern die Demenz verstehen und fühlen lernen. Ich stelle euch drei Dinge vor, die mir geholfen haben, vom Angehörigen-Seminar über das Demenz-Balance-Modell bis zum Demenz-Partner Webinar. Ich hoffe, ich kann euch eine Anregung bieten und freue mich über euer Feedback und eure Erfahrungen

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Was ich meiner Mama sagen möchte

Liebe Mama, hast du Angst vor dem Zähneputzen?

Alltag mit Alzheimer: Das sind nicht nur Gedächtnis- und Orientierungsprobleme, auch im täglichen Leben werden ganz normale Dinge zu einer Herausforderung. Wie zum Beispiel das Zähneputzen. Manchmal klappt es ganz gut, manchmal macht Mama den Mund kaum auf und möchte keine Zähne putzen. Woran liegt das? Hat sie Angst vor der Zahnbürste? Tut ihr etwas weh? Was können wir anders machen, damit das Zähneputzen gelingt? Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht und einen Experten um Rat gefragt, wie man Menschen mit Demenz beim Zähneputzen unterstützt. Im neuen Artikel lest ihr, was der Zahnarzt Prof. Dr. Christoph Benz mir geraten hat, worauf es ankommt und wie wir versuchen, Mama zu unterstützen: mit der richtigen Technik und Nähe.

Grafik Besuchshund Max
Kinderbücher, Was die Kinder fragen

Kinderbücher über Alzheimer im Check Nr. 7 „Gestatten, ich bin Besuchshund Max!“

Heute stelle ich euch ein ganz besonderes Buch vor, das meine großen Töchter sehr begeistert. Hier erzählt ein Hund – und zwar ein Jagdhund namens Max – von seinen Besuchen im Seniorenheim. Max begleitet sein Frauchen Ann-Kristin, die dort regelmäßig Senioren besucht. Und so erfährt Max auch, was die Krankheit Alzheimer ist. Wie Max damit umgeht und was sein Hundeherz dazu sagt, darum geht es in „Gestatten, ich bin Besuchshund Max!“ Und weil meine Mädchen das Thema so spannend fanden, habe ich mit der Autorin noch ein Interview geführt. Hier erzählt sie von ihrer Arbeit mit Max im Seniorenheim und wie selbst Menschen mit fortgeschrittener Demenz von dem Besuch des Hundes profitieren

Steine Corona
Wie ich helfen kann

Gut durch den Pflege-Alltag kommen in Zeiten von Corona: Mit Spazierengehen

In Zeiten von Corona ist es für Angehörige von Menschen mit Alzheimer oft besonders anstrengend. Viele Pflegeheime haben Kontaktbeschränkungen, Besuche sind nicht oder eingeschränkt möglich. Tagespflege-Einrichtungen sind geschlossen. Menschen wie meine Mama, die sonst die Tagespflege besuchen, können dies aktuell nicht tun. Damit bricht der gewohnte Tagesablauf zusammen – und den pflegenden Angehörigen fehlt Entlastung. "Zum Glück können wir jeden Tag in den Garten oder spazieren gehen", sagt mein Papa. Meine Mama profitiert davon sogar doppelt, nein eigentlich dreifach. Und ich kann mir davon einiges abschauen: Denn auch ich komme so mit den Kindern besser durch den Corona-Alltag

Peggy Elfmann Blumenstrauß
Was ich meiner Mama sagen möchte

Liebe Mama, weißt du eigentlich, dass du die Beste bist? Und dass ich dich schrecklich vermisse?

Bald ist Muttertag. Ein Tag, den ich noch nie besonders mochte. Ich fand ihn immer ein wenig konstruiert und das Drumherum so aufgesetzt. Natürlich war ich meiner Mama dankbar und als ich selber Mutter wurde, wurde ich ihr noch dankbarer. Ich habe meine Mama immer bewundert und geliebt, wir waren uns sehr nah – und sind es ja immer noch. Mir hat es immer widerstrebt, diese Dankbarkeit und Liebe an einem speziellen Tag ausdrücken zu müssen. Ich habe ihr natürlich trotzdem immer etwas geschenkt und ein paar liebe Worte geschrieben, denn ich wollte ihr eine Freude machen. Aber ich habe den Muttertag nie groß zelebriert oder geehrt. Jetzt denke ich manchmal, ich hätte Mama viel öfter Danke sagen und diesen Tag viel größer mit ihr feiern sollen. Denn sie ist die beste Mama für mich – auch wenn ich sie manchmal ganz schrecklich vermisse

Mund-Nasen-Schutz
Was die Kinder fragen

Kinderfragen zu Alzheimer: Muss auch die Oma wegen Corona eine Maske aufsetzen?

Das Coronavirus hat in unseren Alltag einen festen Platz. Mittlerweile gilt in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Meinen Kindern war ein bisschen unwohl dabei, und es kam die Frage auf, ob die Oma auch eine Maske tragen muss. Oder gelten für Menschen mit Demenz Ausnahme-Regelungen?