Jana Toppe
Expert:innen-Gespräche, Gefühle verarbeiten

„Wie können Angehörige besser auf sich achten?“ – Interview mit Jana Toppe

Wer sich um andere Menschen kümmert, ist besonders gefordert. Gerade die Betreuung eines Menschen mit Demenz ist herausfordernd. Umfragen zeigen immer große körperliche und psychische Belastungen bei den Angehörigen. Mit der Psychologin Jana Toppe von der Online-Beratung pflegen-und-leben habe ich darüber gesprochen, warum das Kümmern und Pflegen so anstrengend ist, wie man Zeichen der Überforderung erkennt und warum es so wichtig ist, dass Angehörige sich um sich kümmern. Wo finden sie Unterstützung? Wer kann beraten? Und wie kann eine Psychotherapie helfen? – Diese Fragen beantwortet sie. Außerdem verrät Jana einen SOS-Tipp für herausfordernde Situationen. Hier findet ihr das Interview mit Jana Toppe. Und: Am 7. Februar gibt's einen Live-Talk auf Instagram mit Jana und mir.

"Liebe Mama...", Gefühle verarbeiten

Liebe Mama, leidest du?

Vor ein paar Wochen ist mein neues Buch herausgekommen und ich durfte im Zuge dessen ein paar Interviews geben. Ich freue mich, dass das Thema Demenz von den Redaktionen aufgenommen wird und sie darüber schreiben, aber bin doch manches Mal irritiert über die Fragen, die mir gestellt werden. Zum Beispiel: Seit wann leidet Ihre Mutter an Alzheimer? Oder: Wie lange leidet ihr Mutter schon an Alzheimer? Auf mich macht Mama selten den Eindruck, als würde sie leiden. Warum gehen andere Menschen davon aus, sie würde leiden? Oder übersehe ich da etwas? Darum geht es in meinem neuen Brief: Liebe Mama, leidest du?

Mama hinsehen demenzmoment
Tipps für den Alltag, Wie ich helfen kann

Was man tun kann: Gemeinsam was unternehmen

In einem der letzten Blogbeiträge habe ich über die Erfahrung von einem Arztbesuch geschrieben. "Man kann ja nichts machen", sagte die Ärztin. Stimmt natürlich nicht! Klar, man kann eine Demenz nicht heilen, aber vieles tun, um Menschen mit Demenz zu stärken. Eine aktuelle Studie zeigt, wie wichtig soziale Kontakte sind. Die Forscher fanden heraus, dass psychosoziale Maßnahmen, regelmäßige soziale Kontakte und gemeinsame Aktivitäten zu mehr Lebensqualität und Wohlbefinden sowie zu weniger Demenzsymptomen führt und die Krankheit langsamer fortschreitet. Hier stelle ich euch die Studie des DZNE vor.

Frank und Yasemin Aicher
Gastbeitrag

Gastbeitrag von Frank: „Die Demenz meiner Frau hat mich dankbar gemacht“

Frank Aichers Frau Yasemin hat vor 14 Jahren die Diagnose Demenz bekommen. Es war ein Schock für beide, aber sie haben gelernt damit umzugehen, immer wieder aufs Neue. Frank und Yasemin haben die Erfahrungen und Herausforderungen durch die Demenz zusammen geschweißt. Er sagt: "Die größte Herausforderung für mich ist es, meiner Frau und ihren Bedürfnissen so gerecht zu werden, dass sie nicht ständig an ihre Einschränkungen erinnert wird." Wie ihm das gelingt, wie er in schwierigen Momenten ruhig bleibt und warum die Demenz ihn dankbar gemacht hat, das berichtet Frank Aicher in diesem Gastbeitrag.

Besser kommunizieren

„Man kann ja nichts machen“, sagte die Ärztin

Meine Eltern waren bei einer Ärztin – und kamen nach Hause mit der Aussage "Man kann ja nichts machen". Im ersten Moment dachte: Klar, man kann Mamas Alzheimererkrankung nicht heilen. Doch dann begann ich über den Satz nachzudenken und tue es seitdem. Ich finde ihn falsch, denn natürlich kann man etwas machen und sogar etwas, das dem Menschen mit Demenz helfen kann. Davon mal abgesehen: Sollten Ärzt:innen ihren Patient:innen und den Angehörigen nicht so etwas wie Hoffnung geben?

Besser kommunizieren, Gefühle verarbeiten, Wie ich helfen kann

Lasst uns Fehler machen – und darüber reden!

Als meine Mama vor elf Jahren die Diagnose Alzheimer bekam, habe ich viel darüber gelesen. Ich wollte sie bestmöglich unterstützen und alles richtig machen. Aber: Ich habe so einige Fehler gemacht – und mich deswegen schlecht gefühlt und geärgert. Darüber sprechen wollte ich eher nicht. Mittlerweile sehe ich das anders. Gehören Fehler nicht irgendwie zum Leben dazu? Gerade, wenn man Dinge zum ersten Mal macht, wie ich in der Begleitung und Pflege meiner Mama. Ich wusste zwar viel, aber im Alltag läuft es ja dann doch anders als im Ratgeber. Lasst uns also Fehler machen – und darüber reden! Denn so können wir voneinander lernen.

Peggy und Mama
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, manchmal habe ich Angst.

Vor etwa elf Jahren hat meine Mama die Diagnose Alzheimer bekommen – und damals hatte ich große Angst um sie. Ich dachte, dass die Krankheit sicher schnell verläuft, weil sie sie in relativ jungem Alter bekommen hat. Doch das war nicht der Fall. Im Gegenteil, ich habe viel gelernt über und mit der Demenz. Und doch mischt sich immer wieder die Sorge vor der Zukunft ein. Ein neuer Brief: Liebe Mama, manchmal habe ich Angst.

Tipps für den Alltag

Anleitung: Eine Fühlschnur zum Nesteln

Meine Mama ist nicht mehr so viel in Bewegung, ihre Finger sind aber oft sehr aktiv: Sie fühlt und nestelt gerne damit. Das Nesteln ist für Menschen mit Demenz oft eine Strategie, um sich selber zu erspüren und die innere Unruhe zu befrieden. Es gibt viele Produkte, die man kaufen kann. Man kann sie auch selber machen. Eine Nestelschnur zum Beispiel ist ganz einfach hergestellt. Ich habe für meine Mama eine Fühlschnur zum Nesteln gemacht. Hier ist die Anleitung.

Demenzmoment, Prävention

Immer wieder diese Hoffnungslügen – Hört bitte auf damit!

Vor einiger Zeit bekam ich einen Anruf von jemandem, der mir sagte, er könne meine Mama heilen. Ein paar Tage später bekam ich über Social Media die Einladung zu einem Vortrag darüber, wie man mit einem gewissen Nahrungsmittel, das Risiko an einer Demenz zu erkranken "deutlich minimieren" könne. Mich machen solche Behauptungen wütend. Einzelne Mittel können eine Demenz weder vorbeugen noch heilen. Bitte hört auf, diese Hoffnungslügen zu verbreiten! Ich weiß, wie leichtfertig man daran glaubt. Selbst, wenn das Mittel nicht schadet, so lenkt es doch von anderen, wirksamen Unterstützungsleistungen ab. Mein Beitrag zum Demenzmoment-Thema: Was ist dein Moment der Wut?

Mama_du kannst so viel
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, du kannst noch so viel – ich sehe es nur oft nicht.

Die Alzheimer-Erkrankung meiner Mama schreitet fort. Wenn Freundinnen oder Bekannte mich fragen, wie es ihr geht, verfalle ich oft in ein tiefes Seufzen und erzähle davon, dass sie in ihrer kleinen Welt lebt und nichts mehr alleine machen kann. Doch als ich neulich viel Zeit mit ihr verbracht habe, habe ich gemerkt, dass das gar nicht stimmt. Denn sie kann noch so viel. Ich sehe es nur oft nicht. Wie kann ich das ändern? Ein Brief an meine Mama, in dem es auch um Teilhabe von Menschen mit Demenz geht und wie wir als Gesellschaft besser agieren können.

Anja_Kaelin_systemische_Beraterin
Expert:innen-Gespräche, Gefühle verarbeiten

„Gefühle sind eine wertvolle Ressource“ – Interview mit Anja Kälin

Die Alzheimer-Erkrankung meiner Mama macht auch sehr viel mit mir. Manchmal bin ich traurig, manchmal wütend, manchmal fühle ich mich schuldig oder hilflos und ja, auch in manchen Momenten fröhlich, glücklich und zuversichtlich. Ein richtiges Gefühls-Chaos also. Warum es sich lohnt als Angehöriger eines Menschen mit Demenz über seine Gefühle zu sprechen und wie es gelingt, mit Gefühlen umzugehen, darüber spreche ich im Interview mit Anja Kälin.

Community

Einladung an dich: Schreib-Café am 10. Januar

Das alte Jahr hat sich verabschiedet und das neue hat begonnen. Bist du schon angekommen? Ich brauche noch ein wenig, muss ich gestehen. Altes loslassen, Neues beginnen – das sind ja auch Themen, die im Zusammenhang mit Demenz immer wieder aufkommen. Hast du Lust beim nächsten digitalen Schreib-Café dabei zu sein? Hier findest du den Link und die Infos. Ich freue mich auf dich!

Rückblick

Mein Jahresrückblick 2022: Viel Gefühl

Dieses Jahr war ein emotionales Jahr für mich, mit vielen Tränen. Es waren Tränen der Trauer, aber auch der Freude. Es war ein Jahr, in dem ich so manches loslassen musste. Aber dieses Jahr hat auch Neues und sehr Schönes gebracht. In meinem Jahresrückblick nehme ich euch mit durch mein und auch Mamas Jahr. Das war 2022.

Community, Diagnose Demenz

Wie geht es nach der Diagnose Demenz weiter? – Eure Ratschläge

Ich wurde neulich gefragt, ob ich einen Tipp hätte, wie man nach der Diagnose Demenz gut für seinen Angehörigen da sein kann und was im Miteinander hilft. Ich finde ja allgemeine Ratschläge oft schwierig und musste ein wenig nachdenken. Mein Rat war: weiterhin auf Augenhöhe miteinander umzugehen und sich als Partner zu verstehen auf dem Weg mit der Demenz. Ich habe auch eine kleine Umfrage gestartet, was andere raten würden – und die Antworten finde ich so schön, dass ich sie gerne mit euch teilen möchte. Hier sind sie also: Eure Ratschläge - Wie geht es weiter nach der Diagnose Demenz - eure besten Ratschläge.

Cover Podcastfolge 26 Martin
Besser kommunizieren

Familienkonferenz – 5 Tipps, wie sie gelingt

Wenn sich mehrere Familienmitglieder kümmern, ist das eigentlich super. Denn so lassen sich die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Aber einfach ist es auch nicht immer... Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Jeder möchte für Mama das Beste, aber was genau das Beste ist, da haben wir durchaus unterschiedliche Ansichten – und das führt dann zu Diskussionen. In so einem Fall kann eine Familienkonferenz helfen. Darum geht es in der neuen Folge "Leben, Lieben, Pflegen - Der Podcast zu Demenz und Familie". Anja und ich sprechen darin mit dem Konfliktcoach und Mediator Martin Schönacher darüber, wie man im Gespräch Konflikte lösen kann. Seine fünf Tipps für ein gutes Gespräch und wie man den Menschen mit Demenz gut einbeziehen kann, lest ihr hier.