Christina Peter Das Leben meistern
Expert:innen-Gespräche

„Wie kann man das Leben mit Vergesslichkeit und Demenz meistern?“ – Interview mit Christina Pletzer und Peter Wißmann

Viele Ratgeber und Bücher wenden sich an Angehörige von Menschen mit Demenz. Sie können hilfreich sein, um Wissen zu erlangen. Nun haben die beiden Experten Peter Wissmann und Christina Pletzer ein neues Buch herausgebracht, das mehr als ein Ratgeber sein möchte. Es ist zugleich ein Arbeitsbuch und lädt ein, die Perspektiven zu hinterfragen. Ihr Buch ist in engem Austausch mit Betroffenen und Angehörigen entstanden und richtet sich an beide. Peters und Christinas Rat lautet: "Seid euch bewusst, dass ihr nur gemeinsam das Leben mit Beeinträchtigungen meistern könnt! Seid bereit, euch auf Augenhöhe zu begegnen und offen über die jeweiligen Ängste, Befürchtungen und Erwartungen aneinander zu sprechen." Im Interview geben sie weitere Einblicke.

"Liebe Mama..."

Liebe Mama, vielen Dank für deine Briefe!

Ich schreibe hier Briefe an meine Mama – und es wäre so schön, wenn sie diese Briefe lesen und darauf antworten könnte. Unser Miteinander, unsere Kommunikation haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Die Briefe helfen mir zugleich, Mama zu behalten und das Neue anzunehmen. Das Briefeschreiben ist für mich wichtig geworden. Neulich habe ich gemerkt, dass es schon immer wichtig war – für Mama und mich. Als ich aufgeräumt habe, habe ich die Briefe wiederentdeckt, die Mama mir vor vielen Jahren geschickt hat und ich habe gedacht: Liebe Mama, vielen Dank für deine Briefe!

Gastbeitrag

Gastbeitrag von Melanie: „Ich lernte meinen Vater auf eine für mich unglaublich magische Art kennen und lieben“

In diesem Gastbeitrag schreibt Melanie über die Demenz ihres Vaters. Er erkrankte an einer Form der frontotemporalen Demenz (FTD), als sie zehn Jahre alt. Melanie beschreibt, wie sie die Demenz ihres Vaters, als Kind und Jugendliche wahrgenommen hat, welche besonderen Herausforderungen mit der FTD einhergehen und welche Lösungen sie und ihre Familie gefunden hat, um sich gut um den Vater zu kümmern. Ihre Geschichte macht auch Mut, denn Melanie sagt: "Ich lernte im letzten Stadium seiner Demenz meinen Vater auf eine für mich unglaublich magische Art kennen und lieben".

"Liebe Mama..."

Liebe Mama, wie können wir gut über Demenz reden?

Es gibt viele Dinge, die ich gerne mit meiner Mama besprechen würde. Vieles davon dreht sich um persönliche Dinge und frühere Erlebnisse. Ich würde mich mit ihr auch gerne darüber unterhalten, wie ich – und jeder andere - über Menschen mit Demenz und die Veränderungen, die sie erleben, reden können. Denn, um ganz ehrlich zu sein, tun wir das oft mit negativen Wörtern. Als ich neulich spazieren ging, bin ich dem Wort "Bewegungsdrang" begegnet – das hat mich zum Nachdenken gebracht. "Liebe Mama, wie können wir gut über Demenz reden?"

Anja und Dirk
Gastbeitrag

Gastbeitrag von Anja: „Ich empfinde eine tiefe Liebe für meinen Mann“

Hier findet ihr einen neuen Gastbeitrag, und zwar von Anja. Ihr Mann hat vor neun Jahren die Diagnose Alzheimer bekommen und seither leben sie mit der Erkrankung. Anja sagt: "Ich empfinde eine tiefe Liebe für meinen Mann, aber seine Hilflosigkeit belastet mich. Als besondere Herausforderung empfinde ich, dass ich immer mehr alleine mit der Situation bin." In dem Gastbeitrag schreibt sie über ihre Situation, wie sich ihre Beziehung verändert hat und was ihr und ihrem Mann guttut.

Wie ich helfen kann

Demenz neu sehen – Die Gewinnerinnen

"Was wir brauchen, sind positive, stärkende Bilder" - Das sagte Desirée von Bohlen über den Foto-Wettbewerb "Demenz neu sehen", zu dem sie und ihr Team eingeladen hatte. Mehr als 450 Bilder wurden eingereicht. Gestern wurden die Gewinnerinnen bekannt gegeben und es wurden wahrhaftig neue Bildwelten zum Thema Demenz geschaffen. Hier könnt ihr die Bilder der Gewinnerinnen anschauen.

Cover Podcast Folge 24
Besser kommunizieren, Wie ich helfen kann

Gemeinsam pflegen – Gut und herausfordernd

In der neuen Podcastfolge von „Leben, Lieben, Pflegen“ haben Anja und ich darüber gesprochen, wie es gelingen kann, sich als Familie um einen Angehörigen mit Demenz zu kümmern. Gemeinsam zu pflegen - das ist gut, weil nicht einer mit all den Aufgaben alleine gelassen wird. Gleichzeitig kann es auch herausfordernd sein, denn Rollen und Aufgaben ändern sich und verschiedene Meinungen treffen aufeinander. Wie findet man da einen Weg?

Frau hält Tabletten in der Hand
Expert:innen-Gespräche, Tipps für den Alltag

Interview mit Dr. Sarah Kohl: „Die dauerhafte Gabe von Antipsychotika ist ein Problem“

Viele Menschen mit Demenz nehmen Beruhigungsmittel. Diese Arzneimittel können hilfreich sein, für eine gewisse Zeit und bei bestimmten Symptomen. Aber: "Die dauerhafte Gabe ist ein Problem", sagt Psychiaterin Dr. Sarah Kohl vom Projekt DECIDE. Antipsychotika schränken nicht nur die Lebensqualität ein, sondern sie können auf Dauer auch der Gesundheit schaden. Ich habe mit Sarah Kohl darüber gesprochen. Im Interview erklärt sie, wann Antipsychotika notwendig sind, welche Nebenwirkungen damit einhergehen können und warum es sich meist lohnt, die Mittel abzusetzen. Sie erklärt auch, auf welche Anzeichen Pflegende achten sollten und wie das DECIDE-Projekt helfen kann.

"Liebe Mama..."

Liebe Mama, ich vermisse dich als Oma – und feiere mit dir!

Meine Große hat Geburtstag. Für sie ist der Tag fröhlich aufregend, für mich mischt sich Traurigkeit hinein. An solchen Tagen merke ich irgendwie viel schmerzlicher als sonst, dass Mama Alzheimer hat. Ich erinnere mich an ihre Freude von damals – und weiß auch, wie fröhlich es sie jetzt macht, die Kinder zu haben. Ein neuer Brief an meine Mama: Liebe Mama, ich vermisse dich als Oma – und feiere mit dir!