Peggy und Mama
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, manchmal habe ich Angst.

Vor etwa elf Jahren hat meine Mama die Diagnose Alzheimer bekommen – und damals hatte ich große Angst um sie. Ich dachte, dass die Krankheit sicher schnell verläuft, weil sie sie in relativ jungem Alter bekommen hat. Doch das war nicht der Fall. Im Gegenteil, ich habe viel gelernt über und mit der Demenz. Und doch mischt sich immer wieder die Sorge vor der Zukunft ein. Ein neuer Brief: Liebe Mama, manchmal habe ich Angst.

Mama und Peggy Hand in Hand
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, es ist schön, dir nahe zu sein!

Als Kind habe ich mich oft zu meiner Mama ins Bett geschlichen, so wie meine Töchter es jetzt bei mir machen. Sie mögen und suchen diese Nähe sehr. Ich bin meiner Mama allerdings schon seit Jahren nicht mehr so nahe gekommen. Bis zu diesem Wochenende, an dem wir gefeiert haben und ich mich am Morgen danach neben sie gelegt habe, um sie zu wecken. Liebe Mama, es ist schön, dir nahe zu sein!

papa und Peggy
"Liebe Mama..."

Mein lieber Papa, ich verstehe dich – und hoffe trotz allem, dass du mehr Hilfe annehmen kannst!

Heute gibt es keinen Brief an meine Mama, sondern an meinen Papa. Er kümmert sich tagtäglich um meine Mama und leistet so viel. Beim Punkt "Hilfe annehmen" kommen wir immer wieder ins Diskutieren, denn ich verstehe nicht, warum es ihm so schwer fällt, Unterstützung anzunehmen und er alles alleine machen willst. Unser Gespräch neulich hat mir ein wenig mehr geholfen, ihn zu verstehen. "Du musst mehr Hilfe annehmen" ist oft leicht gesagt, aber da spielt jede Menge Lebensgeschichte mit.

danke Muttertag
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, DANKE zum Muttertag! Du bist und bleibst die beste Mama!

Morgen ist Muttertag, ein Tag, dem ich früher nie viel Bedeutung beigemessen habe. Zu künstlich, zu gewollt, zu erzwungen – fand ich ihn irgendwie immer. Und doch nutze ich ihn mittlerweile bewusst und möchte meiner Mama Danke sagen, dafür, was sie alles für mich getan hat und dafür, was ich durch sie immer noch lerne. DANKE, meine liebe Mama, und alles Liebe zum Muttertag! + Für euch gibt es zum Muttertag eine Buchverlosung

Peggs streicht Mama Strähne aus dem Gesicht
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, manchmal fühle ich mich zerrissen.

Ich genieße es sehr, mit meiner Familie für eine längere Zeit bei meiner Mama zu sein. Aber ich spüre dann auch, wie anstrengend es ist. Denn ich möchte mich bestmöglich um meine Mama kümmern und bin natürlich weiter für meine Kinder da. Das ist ein echter Spagat für mich, auch weil wir gemeinsam nicht mehr viel unternehmen können. Wie gerne würde ich mich mit meiner Mama darüber austauschen. Ein neuer Brief: Liebe Mama, manchmal fühle ich mich zerrissen.

Vorlesen
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, lass uns Gedichte lesen!

Seitdem ich lesen kann, bin ich ein Bücherfan. Auch meinen Töchtern lese ich gerne vor. Ich habe erst vor kurzem angefangen, meiner Mama vorzulesen – und zwar Märchen, weil ich weiß, dass sie die früher gerne mochte. Es hat eine Weile gedauert, bis ich ihr vorgelesen habe. Und doch war ich skeptisch, ob Märchen so gut geeignet sind. Nun habe ich einen Fortbildung zum Vorlesen bei Menschen mit Demenz gemacht und dabei Gedichte für mich entdeckt und gemerkt, dass ich sie unbedingt mit Mama lesen möchte.

Schneeglöckchen
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, wie geht es dir mit dem Krieg?

Vorsicht vor den aktuellen Fernsehnachrichten – so der Rat von Experten für Angehörige von Menschen mit Demenz. Als wir jetzt zu meinen Eltern gefahren sind, habe ich mir doppelt Gedanken gemacht: um meine Kinder und um Mama. Wie würden sie mit dem Ukraine-Krieg umgehen? Aber während ich den Kindern Einiges erklären kann und sie ihre Sorgen aussprechen, kann Mama das nicht. Was uns gerade guttut: Rausgehen, in der Sonne sitzen und Nachrichten möglichst meiden.

Elfchen Freude Demenzmoment
"Liebe Mama...", Demenzmoment

Liebe Mama, was macht dir Freude?

Gibt es Freude im Leben mit Demenz? Früher hätte ich sicher daran gezweifelt, ob das möglich ist. Ich erlebe an meiner Mama und auch an mir und meiner Familie, dass es natürlich Freude mit der Alzheimererkrankung gibt. Manchmal kommt die Freude ganz unverhofft, manches können wir aber auch selber tun, um Freude zu bereiten, zum Beispiel die richtige Musik anstellen.