"Liebe Mama..."

Liebe Mama, vielen Dank für deine Briefe!

Ich schreibe hier Briefe an meine Mama – und es wäre so schön, wenn sie diese Briefe lesen und darauf antworten könnte. Unser Miteinander, unsere Kommunikation haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Die Briefe helfen mir zugleich, Mama zu behalten und das Neue anzunehmen. Das Briefeschreiben ist für mich wichtig geworden. Neulich habe ich gemerkt, dass es schon immer wichtig war – für Mama und mich. Als ich aufgeräumt habe, habe ich die Briefe wiederentdeckt, die Mama mir vor vielen Jahren geschickt hat und ich habe gedacht: Liebe Mama, vielen Dank für deine Briefe!

"Liebe Mama..."

Liebe Mama, wie können wir gut über Demenz reden?

Es gibt viele Dinge, die ich gerne mit meiner Mama besprechen würde. Vieles davon dreht sich um persönliche Dinge und frühere Erlebnisse. Ich würde mich mit ihr auch gerne darüber unterhalten, wie ich – und jeder andere - über Menschen mit Demenz und die Veränderungen, die sie erleben, reden können. Denn, um ganz ehrlich zu sein, tun wir das oft mit negativen Wörtern. Als ich neulich spazieren ging, bin ich dem Wort "Bewegungsdrang" begegnet – das hat mich zum Nachdenken gebracht. "Liebe Mama, wie können wir gut über Demenz reden?"

"Liebe Mama..."

Liebe Mama, ich vermisse dich als Oma – und feiere mit dir!

Meine Große hat Geburtstag. Für sie ist der Tag fröhlich aufregend, für mich mischt sich Traurigkeit hinein. An solchen Tagen merke ich irgendwie viel schmerzlicher als sonst, dass Mama Alzheimer hat. Ich erinnere mich an ihre Freude von damals – und weiß auch, wie fröhlich es sie jetzt macht, die Kinder zu haben. Ein neuer Brief an meine Mama: Liebe Mama, ich vermisse dich als Oma – und feiere mit dir!

Peggy in einem bunten Pullover
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, danke für diesen Pullover!

Der Herbst ist eingekehrt und ich habe meinen Kleiderschrank ausgemistet. Die warmen Pullover brauche ich jetzt unbedingt wieder. Eigentlich gar nichts Besonderes, bis ich den Pullover entdecke, den Mama mir gestrickt hat. Es ist nicht nur einer, es sind viele. Den ein oder anderen trage ich eigentlich gar nicht mehr, aber ich möchte sie in meinem Schrank haben. Sie geben mir ein Stück von Mama und sorgen dafür, dass sie immer da ist.

Mann und Frau stehen am See
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, hast du auch Angst vor der Kurzzeitpflege?

Ich sitze vor meinem Laptop und fülle die Unterlagen aus. Meine Mama wird demnächst für einige Tage zur Kurzzeitpflege in ein Heim gehen. Papa braucht diese Auszeit ganz dringend. Ich dachte immer, ich könnte seine Aufgaben übernehmen, wenn er nicht mehr kann. Aber ich kann das nicht – und das Beste und Wichtigste, was ich gerade tun kann, ist meine Eltern dabei zu unterstützen, die Kurzzeitpflege zu nutzen. Jahrelang habe ich Papa erzählt, dass er diese Unterstützungsleistung unbedingt nutzen soll. Und jetzt merke ich, dass nicht nur ihm dieser Schritt schwer fällt, sondern auch mir. Ich habe Angst davor und zweifle, auch wenn ich weiß, dass es richtig ist. Ich unterschreibe mit gemischten Gefühlen. Ein neuer Brief an Mama: Liebe Mama, hast du auch Angst vor der Kurzzeitpflege?

Peggy und Mama - sehr nah
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, wie geht Inklusion?

In Magdeburg findet demnächst eine große Veranstaltung zum Thema Inklusion statt. Ich finde das ein wichtiges Thema, aber auch ziemlich kompliziert. Inklusion heißt für mich, jeden Menschen – mit seinen Bedürfnissen – in der Gesellschaft teilhaben zu lassen. Aber wie genau geht das? Schon im Kleinen ist das eine Herausforderung. Ich würde meine Mama gerne an allem, was wir tun, teilhaben lassen. Aber erfüllt das dann ihre Bedürfnisse? Sehe und verstehe ich diese überhaupt? So gerne würde ich mit meiner Mama darüber sprechen. Stattdessen schreibe ich einen Brief an sie und suche darin eine Antwort.

"Liebe Mama..."

Liebe Mama von Peggy… – Ein Brief meiner Freundin an Mama

Ich war mit meinen Töchtern nun eine ganze Weile bei meinen Eltern, um für Mama da zu sein, um Papa zu helfen und einfach Zeit miteinander zu verbringen. Auch meine liebe Freundin Anne hat uns für einige Tage besucht. Wir kennen uns schon viele Jahre, und es ist wunderbar, sie an meiner Seite zu wissen, auch, wenn es um Mama geht. Sie hat meiner Mama einen Brief geschrieben, der mich sehr berührt und den ich mit euch teilen möchte (und dies auch darf - Danke, Anne!).

Peggy und Mama
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, manchmal habe ich Angst.

Vor etwa elf Jahren hat meine Mama die Diagnose Alzheimer bekommen – und damals hatte ich große Angst um sie. Ich dachte, dass die Krankheit sicher schnell verläuft, weil sie sie in relativ jungem Alter bekommen hat. Doch das war nicht der Fall. Im Gegenteil, ich habe viel gelernt über und mit der Demenz. Und doch mischt sich immer wieder die Sorge vor der Zukunft ein. Ein neuer Brief: Liebe Mama, manchmal habe ich Angst.