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"Liebe Mama..."

Liebe Mama, wohin wolltest du gehen?

Vor ein paar Tagen erst habe ich eine Erfahrung gemacht, die für mich ganz schrecklich war: Ich habe meine Mama verloren. Es war gar nicht lange, maximal 20 Minuten, aber es hat sich angefühlt wie Stunden. Und die Gedanken erst, die in meinem Kopf kreuz und quer rasten. In meinem Alltag mit den Kindern bin ich ja manchmal besorgt und ängstlich, aber so panisch voller Angst war ich schon sehr lange nicht mehr. In diesem Brief an meine Mama geht es ums Verlieren und Finden, Fehler machen und daraus lernen.

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"Liebe Mama..."

Liebe Mama, darf ich traurig sein?

Eine Achterbahn der Gefühle – das ist die Alzheimer-Erkrankung meiner Mama oft für mich. Meine Mama lebt nun schon seit bald neun Jahren mit der Diagnose Alzheimer – und mit ihr die ganze Familie. Anfangs war ich vor allem traurig und habe viel geweint, mit der Zeit habe ich meinen Gefühlen immer weniger Raum gelassen. Dabei bin ich immer noch traurig. Darf ich das? Weinen? Ich bin doch gesund – und meine Mama hat den Alzheimer. Was steckt hinter meiner Trauer? Darüber habe ich mit einer gesprochen, die sich auskennt. Anja Kälin vom Verein Desideria hat mir erklärt, warum es vollkommen in Ordnung und sogar wichtig ist, wenn man als Angehöriger traurig ist und wie ich damit umgehen kann. Teil 1 von „Alzheimer und das Gefühls-Chaos“

KindOmaHand
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, danke, dass du für meine Kinder da bist!

Ich gebe es zu, ich bin oft eher traurig, dass meine Mama nicht die Oma sein kann, die ich mir für meine Kinder gewünscht habe und mir nicht mehr die Mama, die ihre Tochter unterstützt. Aber heute hat meine Achtjährige so etwas Schönes gesagt – und ich habe gemerkt, dass meine Mama auch mit ihrer Alzheimer-Erkrankung für die Kinder da sein kann.

BäumeWeg
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, freust du dich wieder auf die Tagespflege?

Monatelang herrschte bei meinen Eltern Ausnahmezustand. Aufgrund der Corona-Pandemie schloss Mamas Tagespflege. Eine Notbetreuung gab es nicht, und ich glaube auch, dass sie sie nicht in Anspruch genommen hätte. Papa hat sich in den vergangenen Wochen rund um die Uhr um Mama gekümmert. Das hat er aus vollem Herzen gerne getan, war aber auch ein Kraftakt. Nun öffnet die Tagespflege und Mama darf wieder gehen. Nicht nur meinem Papa, auch mir ist etwas mulmig dabei. Wird Mama sich wieder eingewöhnen? Wird es schwierig? Oder freut sie sich vielleicht darauf?

Papa und ich
"Liebe Mama..."

Lieber Papa, weißt du, dass du dich großartig um Mama kümmerst? Und dass du trotzdem Hilfe brauchst?

An dieser Stelle schreibe ich immer Briefe an meine Alzheimer-kranke Mama. Es sind meine Fragen und Gedanken, die ich ich so gerne mit ihr teilen möchte. Heute schreibe ich einen Brief an meinen Papa. Ein mini-bisschen, weil bald Vatertag ist. Meinem Papa war dieser Tag immer ziemlich egal – und doch ist er eine wunderbare Gelegenheit Danke zu sagen. Denn ohne meinen Papa würde es meiner Mama nicht so gut gehen. Das ist der Hauptgrund für meinen Brief. Mein Papa leistet jeden Tag Großartiges, so wie Millionen pflegender Angehöriger. Aber ich sehe auch, dass er tagtäglich mehr leistet, als er auf Dauer geben kann. Ich spreche oft mit ihm darüber und dränge ihn, mehr Hilfe anzunehmen. Denn ich habe Angst um ihn und mache mir Sorgen.

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"Liebe Mama..."

Liebe Mama, hast du Angst vor dem Zähneputzen?

Alltag mit Alzheimer: Das sind nicht nur Gedächtnis- und Orientierungsprobleme, auch im täglichen Leben werden ganz normale Dinge zu einer Herausforderung. Wie zum Beispiel das Zähneputzen. Manchmal klappt es ganz gut, manchmal macht Mama den Mund kaum auf und möchte keine Zähne putzen. Woran liegt das? Hat sie Angst vor der Zahnbürste? Tut ihr etwas weh? Was können wir anders machen, damit das Zähneputzen gelingt? Ich habe mir ein paar Gedanken gemacht und einen Experten um Rat gefragt, wie man Menschen mit Demenz beim Zähneputzen unterstützt. Im neuen Artikel lest ihr, was der Zahnarzt Prof. Dr. Christoph Benz mir geraten hat, worauf es ankommt und wie wir versuchen, Mama zu unterstützen: mit der richtigen Technik und Nähe.

Peggy Elfmann Blumenstrauß
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, weißt du eigentlich, dass du die Beste bist? Und dass ich dich schrecklich vermisse?

Bald ist Muttertag. Ein Tag, den ich noch nie besonders mochte. Ich fand ihn immer ein wenig konstruiert und das Drumherum so aufgesetzt. Natürlich war ich meiner Mama dankbar und als ich selber Mutter wurde, wurde ich ihr noch dankbarer. Ich habe meine Mama immer bewundert und geliebt, wir waren uns sehr nah – und sind es ja immer noch. Mir hat es immer widerstrebt, diese Dankbarkeit und Liebe an einem speziellen Tag ausdrücken zu müssen. Ich habe ihr natürlich trotzdem immer etwas geschenkt und ein paar liebe Worte geschrieben, denn ich wollte ihr eine Freude machen. Aber ich habe den Muttertag nie groß zelebriert oder geehrt. Jetzt denke ich manchmal, ich hätte Mama viel öfter Danke sagen und diesen Tag viel größer mit ihr feiern sollen. Denn sie ist die beste Mama für mich – auch wenn ich sie manchmal ganz schrecklich vermisse

Peggy Corona Helfen
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, wie können wir uns jetzt in dieser Corona-Krise nah sein?

Wir leben inmitten des neuen Corona-Alltags. An manche Dinge habe ich mich schon fast gewöhnt: dass die Kinder immer zu Hause sind und ich gefühlt dauernd koche (und esse). Die Beschränkungen und das Kontaktverbot beschäftigen mich noch immer sehr – und vor allem auch die Frage, wie es dir geht und wie ich dir in diesen Corona-Zeiten helfen kann. Denn ich vermisse diese Nähe, auch wenn sie nur ab und an ist. Ich bin so traurig, dich gar nicht sehen und hören zu können. Ich bin genervt und frustriert. Was kann ich denn tun? Wie kann ich für dich da sein?

Peggy Elfmann Alzheimer Corona
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, ist Corona wie Alzheimer?

Alle reden und schreiben über das Coronavirus. Keiner weiß, wie lange die Krise andauert und was noch passieren wird. Ich versuche meine Arbeit aus dem Homeoffice so gut wie möglich weiter zu machen und gleichzeitig für meine Kinder da zu sein. Manchmal beneide ich dich ein wenig, weil du in deiner kleinen Anders-Welt bist und diese Pandemie an dir vorbeizieht. Ich fühle mich wie in einem Umbruch – einen, den ich nicht wollte und der mir Angst macht. Aber er bringt mich auch sehr zum Nachdenken. Und ich frage mich: Ist diese Corona-Situation ein bisschen wie, wenn man die Diagnose Alzheimer bekommt?