Mama_Brief_tapfer
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, du bist tapfer!

Vor ein paar Tagen hatte ich ein Gespräch mit meinem Papa, über das ich immer noch nachdenke. Er erzählte viel über die Herausforderungen und Anstrengungen – und doch endete er mit einem positiven, ja Mut machenden Satz, an den ich seither immer denken muss. Er sagte über Mama: "Sie ist tapfer". Liebe Mama, das bist du wirklich! Dieser Perspektivwechsel weg vom hilflosen Menschen hin zu einer starken Person, der tut nicht nur mir und dir gut, sondern kann für uns alle eine Bereicherung sein. Denn Menschen mit Demenz sind eben nun mal viel mehr als die Demenz.

"Liebe Mama..."

Liebe Mama, hat Corona nun ein Ende? Und was hat es mit uns gemacht?

Nun gibt lang ersehnte Lockerungen und Impfungen für immer mehr Menschen. Meine Eltern sind geimpft, auch ich habe schon die erste Impfung hinter mir. Man könnte meinen, dass dieser Corona-Spuk bald ein Ende hat. Ja, hoffentlich. Meine Gefühle entsprechen einer Mischung aus Müdigkeit, Frust und Hoffnung. Ich möchte daran glauben, dass nun alles besser wird. Liebe Mama, was hat Corona für dich geändert? Mit mir hat es sehr viel gemacht. Ich wünsche mir, dass einiges bleibt und vieles sich ändert.

Mama_Peggy_Hand in Hand
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, ich wünschte, wir hätten über das Thema Pflegeheim gesprochen.

Diesen Brief an meine Mama schreibe ich nicht, weil ich möchte, dass sie in ein Pflegeheim zieht. Ich schreibe ihn, weil es das letzte ist, was ich will – und mich doch endlich damit auseinandersetzen möchte. Ich bereue es, dass wir über manche Themen - auch über das Thema Pflegeheim - nicht gesprochen haben. Mittlerweile ist es dafür zu spät. Ich habe Angst, dass ich oder wir eines Tages vor einer Entscheidung stehen und im Sinne meiner Mama handeln möchten und dann gar nicht genau wissen, was dieser wäre. Ich wünschte, wir hätten über das Thema Pflegeheim gesprochen. Eine späte Einsicht, ich weiß, aber noch nicht zu spät, finde ich.

EinJahrCoronaMama
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, wie war dieses Corona-Jahr für dich?

Ein Jahr Corona: allerorten erscheinen Analysen und Berichte über dieses besondere Jahr. Für mich war dieses Corona-Jahr ein Jahr voller Krisen und Herausforderungen, aber auch ein Jahr, in dem ich viel gelernt habe und innerlich gewachsen bin. Ich würde zu gerne wissen, welches Fazit meine Mama ziehen würde über das Corona-Jahr und bin traurig, dass sie mir das nicht erzählen kann. Ich weiß, dass dieses Jahr auch für meine Mama mit Höhen und Tiefen verbunden war, sie hat gelacht und geweint. Aber ganz ehrlich: Ich habe keine Ahnung, ob ihre Bilanz eher positiv oder negativ ausfallen würde. Dieser Brief ist der Versuch, eine Antwort zu finden und steckt doch voller Fragen. Aber das ist gut, denn nur durchs Fragen und Hinschauen kann ich letztlich erkennen, wie es ihr geht. Vielleicht sollten wir alle mehr fragen und uns füreinander interessieren.

Mama_du kannst so viel
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, du kannst noch so viel – ich sehe es nur oft nicht

Die Alzheimer-Erkrankung meiner Mama schreitet fort. Wenn Freundinnen oder Bekannte mich fragen, wie es ihr geht, verfalle ich oft in ein tiefes Seufzen und erzähle davon, dass sie in ihrer kleinen Welt lebt und nichts mehr alleine machen kann. Doch als ich neulich viel Zeit mit ihr verbracht habe, habe ich gemerkt, dass das gar nicht stimmt. Denn sie kann noch so viel. Ich sehe es nur oft nicht. Wie kann ich das ändern? Ein Brief an meine Mama, in dem es auch um Teilhabe und Partizipation von Menschen mit Demenz geht und wie wir als Gesellschaft so ticken

Erdbeeren_Mama_Bucket-List
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, das ist unsere Bucket-List. 33 Dinge, die ich mit dir erleben möchte

Träume und Wünsche aufschieben? Das kann ich gut! Und dann stelle ich irgendwann genervt fest: "Mist, ich wollte doch xy machen". So geht mir das leider manchmal mit meiner Mama. Die Alzheimer-Erkrankung schreitet fort und sie spricht kaum mehr. Und ich denke sehr oft: "Mist, warum habe ich nicht früher noch mehr mit ihr gesprochen." und bereue es, manche Fragen nicht gestallt zu haben. Deshalb schreibe ich diese Liste. Es ist eine sehr persönliche Liste an Dingen, die ich mit meiner Mama noch erleben möchte, wohl wissend, dass es nicht die großen Abenteuer sein werden. Aber kleine Abenteuer und gemeinsame Glücksmomente, die können wir immer noch finden. 33 Dinge, die ich mit meiner Mama noch erleben möchte – und warum Erdbeeren darin eine wichtige Rolle spielen

Motto_2021
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, lass uns den Moment leben und nach vorne schauen! – Mein Motto für 2021

Ein neues Jahr, ein neuer Vorsatz? Mmh, das machen viele Menschen. Sie nehmen sich zum Jahresanfang ein Motto vor oder schmieden konkrete Pläne. Ich habe das bislang nie gemacht. "So ein Quatsch", habe ich meist gesagt. Dabei fand ich es eigentlich schon immer ganz cool, wenn man so eine Vision hat und sie mit anderen teilt. Aber ich hatte meist Angst. Angst, dass ich meinem Motto nicht gerecht werde. Angst, dass ich meine Pläne und Erwartungen nicht erfülle. Ich habe mich immer irgendwie treiben lassen und oft auch gescheut, Dinge umzusetzen. Ich habe mich viel zu oft an Dinge aus der Vergangenheit geklammert. Dabei tut es mir sehr gut, wenn ich mich auf das Hier und Jetzt besinne. So merkwürdig es klingen mag: Das habe ich auch dank der Alzheimer-Erkrankung meiner Mama gelernt. Deshalb mein Vorsatz und Plan für dieses Jahr: den Moment leben und vorwärts schauen.

Weihnachten_Engel
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, ich möchte Weihnachten so gerne bei dir sein – und zögere doch

Dieses Jahr 2020 ist krass. Für mich eindeutig von Corona dominiert. Und noch immer hält die Pandemie an, mit aktuell wieder großen Einschnitten in das tägliche Leben. Und nun: Weihnachten! Seit Wochen blicke ich mit sehr gemischten Gefühlen auf die Weihnachtsfeiertage und frage mich, wie ich dieses Jahr feiern werde. Werde ich mit meiner Mama feiern können? Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich möchte gerne bei ihr sein und mit ihr und meinem Papa und meiner Familie feiern. Die gesetzlichen Vorgaben würden das sogar erlauben. Aber ich habe auch Angst davor. Denn die Bedrohung durch Corona ist sehr real und ich habe Angst, meine Eltern anzustecken. Was tun?

Peggy_Schämen
"Liebe Mama...", Mit Gefühlen umgehen

Liebe Mama, manchmal schäme ich mich

Darf ich das überhaupt? Mich wegen der Alzheimer-Erkrankung meiner Mama schämen? Normalerweise kann ich mich gut auf meine Mama einlassen und bin entspannt, aber hin und wieder finde ich mich in Situationen, in denen ich mich schäme. Es sind Momente, die mich fast überfordern und in denen ich mit meinen Gefühlen alleine bin. Warum nur? Schäme ich mich wirklich wegen dir, meine liebe Mama, oder sind es nicht vor allem meine Erwartungen und Vorstellungen, die mich beschämen? Eines habe ich gelernt: Dieses Schamgefühl zu verstecken, macht es meist nicht besser. Was mir hilft, ist zu priorisieren und auf das zu schauen, was wirklich zählt