"Liebe Mama..."

Liebe Mama, ich vermisse dich.

Ich dachte eigentlich die Zeit der Briefe an Mama ist vorbei. Ich wollte nicht hängen bleiben in den trüben Gefühlen und der Schwere – und doch sind das Vermissen und Trauern immer da. Nicht ständig. An manchen Tagen sind es nur kleine Momente, die mich liebevoll an Mama erinnern. An anderen Tagen vermisse ich sie so sehr, dass ich traurig oder wütend werde. Wie gestern, als wir am Grab standen. Ich habe große Sehnsucht gehabt, war traurig und doch ein wenig Mut und Zuversicht gefunden.

Expert:innen-Gespräche, Gefühle verarbeiten

„Was ist das Besondere an der Trauer bei Demenz?“ – Interview mit Anja Schmidt-Ott

Die vergangenen Wochen waren schwer, weil ich Abschied nehme von Mama. Mir ist auch bewusst geworden, dass dieses Abschiednehmen schon vor vielen Jahren begonnen hat und dass sich die Trauer schon lange eingeschlichen hat. "Unsichtbare Trauer" wird dieses Phänomen auch genannt. Das Thema Trauer trifft viele Angehörige von Menschen mit Demenz, oft unterdrücken wir es.… Weiterlesen „Was ist das Besondere an der Trauer bei Demenz?“ – Interview mit Anja Schmidt-Ott

Abschied
Gefühle verarbeiten

Immer wieder Abschied nehmen

Als meine Mama die Diagnose Alzheimer erhielt, war mir klar, dass sich vieles ändern würde. Ich war traurig und hatte Angst. Aber dass ich über viele Jahre immer wieder Abschiede erleben müsste und was das mit mir machen würde, ahnte ich nicht. Ganz besonders nicht, dass ich mich von vielen Dingen verabschieden müsste, ohne je Abschied nehmen zu können. In der Podcastfolge "Abschied" von „Leben, Lieben, Pflegen“ habe ich mit Anja Kälin und Isabel Hartmann über die kleinen und großen Abschiede gesprochen, die mit einer Demenz einhergehen. Und wir haben Ideen zusammengetragen, die beim Abschiednehmen helfen können.

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"Liebe Mama...", Gefühle verarbeiten

Liebe Mama, darf ich traurig sein?

Eine Achterbahn der Gefühle – das ist die Alzheimer-Erkrankung meiner Mama oft für mich. Anfangs war ich vor allem traurig und habe viel geweint, mit der Zeit habe ich meinen Gefühlen immer weniger Raum gelassen. Dabei bin ich immer noch traurig. Darf ich das? Weinen? Ich bin doch gesund – und meine Mama hat den Alzheimer. Was steckt hinter meiner Trauer? Darüber habe ich mit einer gesprochen, die sich auskennt. Anja Kälin vom Verein Desideria hat mir erklärt, warum es vollkommen in Ordnung und sogar wichtig ist, wenn man als Angehöriger traurig ist und wie ich damit umgehen kann.