Wer sich um einen Menschen mit Alzheimer kümmert, steht vor jeder Menge Herausforderungen – und oft auch neuen Situationen. Ein großes Thema ist das Weglaufen/Hinlaufen und Verirren. Ich habe euch ja neulich beschrieben, wie es mir neulich ergangen ist, als meine Mama plötzlich verschwunden war. Sie war nur 15 Minuten weg, aber es war schrecklich für mich. Auf meinen Blog-Beitrag habe ich viele Nachrichten bekommen, mit tollen Tipps. Und weil ich sowieso denke, dass wir voneinander am besten lernen können, möchte ich diese mit euch teilen. Dieser Blog-Beitrag ist ein ganz besonderer, weil Erfahrung und Wissen von vielen zusammen kommen. Von Angehörigen für Angehörige: Tipps und Erfahrungen zum Weglaufen, Hinlaufen, Verirren
Autor: peggyelf
Liebe Mama, riechst du deine Kindheit?
Wisst ihr, was ich im Sommer so liebe? Den Geruch von Gras, das zum Trocknen auf dem Feld liegt und langsam Heu wird. Denn dieser Duft erinnert mich immer an die wunderschönen und unbeschwerten Momente meiner Kindheit. Vor kurzem bin ich mit dem Fahrrad an so einer Wiese vorbei gefahren und auch, wenn es mir an diesem Tag erst gar nicht so gut ging, so hat mir der Duft der Wiese ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ob meine Mama auch solche wunderbaren Geruchs-Erlebnisse hat? Und wo sie die wohl hat? Draußen in der Natur auf jeden Fall, da bin ich mir sicher. Ein Grund mehr, um gemeinsam in der Natur spazieren zu gehen
„Erwachsene können von Kindern lernen, sich auf Menschen mit Demenz einzulassen“ – Im Gespräch mit Anita Mild
Kinder und Demenz – dieses Thema beschäftigt mich sehr. Ich kann mit der Alzheimer-Erkrankung meiner Mama mittlerweile offen umgehen, aber mir fällt es mir manchmal nicht leicht, mit den Kindern darüber zu sprechen. Oder ich frage mich, ob gewisse Probleme nicht zu viel für sie sind und ich sie damit belaste. Andererseits bin ich immer wieder erstaunt, mit was für einer Offenheit und Unbeschwertheit meine Töchter mit dem Thema Alzheimer umgehen und wie sehr sie sich bemühen, meiner Mama etwas Gutes zu tun. Der Autorin Anita Mild gelingt es, das schwere Thema Demenz für Kinder leicht und humorvoll zu verpacken. Von ihr wollte ich wissen, wie Kinder mit der Erkrankung umgehen und was ihnen helfen kann. Was sie mir erzählt hat? Dass Kinder uns Erwachsenen im Umgang mit Alzheimer und Demenz einiges voraus haben und wir von ihnen lernen können.
Kinderbücher über Alzheimer und Demenz im Check: Nr. 9 „Pauli muss ins Altersheim“
Dieses Kinderbuch über Alzheimer und Demenz hat uns ganz besonders gefallen. Wollt ihr wissen, warum? Weil es so fröhlich ist und einfach Spaß macht zu lesen. Es ist unbeschwert und viel netter als es der Titel erahnen lässt. Also, bitte nicht abschrecken lassen. Dieses Buch lohnt sich zum Vorlesen und für Kinder, die schon lesen können. Es bietet viele konkrete Gesprächsanreize und wunderschönen Lokalkolorit, denn Paul lebt mit seiner Mama in Österreich. Ein toller Kinderroman, den ich gerne empfehle: "Pauli muss ins Altersheim" im Check Nr. 9 bei Kinderbüchern über Alzheimer und Demenz
Liebe Mama, wohin wolltest du gehen?
Vor ein paar Tagen erst habe ich eine Erfahrung gemacht, die für mich ganz schrecklich war: Ich habe meine Mama verloren. Es war gar nicht lange, maximal 20 Minuten, aber es hat sich angefühlt wie Stunden. Und die Gedanken erst, die in meinem Kopf kreuz und quer rasten. In meinem Alltag mit den Kindern bin ich ja manchmal besorgt und ängstlich, aber so panisch voller Angst war ich schon sehr lange nicht mehr. In diesem Brief an meine Mama geht es ums Verlieren und Finden, Fehler machen und daraus lernen.
Kinderfrage bei Alzheimer: Woher wisst ihr immer, was die Oma will?
Wenn wir mit meinen Eltern Zeit verbringen, erfahren meine Töchter, was es bedeutet mit einer Erkrankung wie Alzheimer zu leben. Sie sind sehr aufmerksam und versuchen meiner Mama zu helfen. Das fällt ihnen aber nicht immer leicht. Denn meine Mama kann ihre Bedürfnisse und Wünsche nicht mehr mitteilen. Und es ist oft nicht klar erkennbar, was sie braucht oder möchte. Meine mittlere Tochter, die immer sehr bemüht um die Oma ist, fragte mich: „Woher wisst ihr, was die Oma will?“ Es war der Beginn eines intensiven Gesprächs über Alzheimer und die Oma, aber auch darüber, was jeden Menschen ausmacht. Denn auch wenn, die Demenz viel von dem Menschen nimmt, der man einmal war, spielen doch die eigene Lebensgeschichte und die individuellen Bedürfnisse immer noch eine Rolle. Und manchmal ist es einfach ein Ausprobieren. Mehr dazu in dieser Kinderfrage über Alzheimer
„Gefühle sind eine wertvolle Ressource“ – Interview mit Anja Kälin
Die Alzheimer-Erkrankung meiner Mama macht auch sehr viel mit mir. Manchmal bin ich traurig, manchmal wütend, manchmal fühle ich mich schuldig oder hilflos und ja, auch in manchen Momenten fröhlich, glücklich und zuversichtlich. Ein richtiges Gefühls-Chaos also. Warum es sich lohnt als Angehöriger eines Menschen mit Demenz über seine Gefühle zu sprechen und wie es gelingt, mit Gefühlen umzugehen, darüber spreche ich im Interview mit Anja Kälin.
