iele Menschen mit Demenz sind unruhig und die Finger sind immerzu in Bewegung. Jessica Prumbaum näht seit mehreren Jahren Nesteldecken für Menschen mit Demenz. Im Interview erzählt, sie, worauf es dabei ankommt und wie die Decken verwendet werden.
Scham und Demenz: 4 Tipps für einen guten Umgang
Scham ist ein schwieriges Thema und eines, über das wir nicht so gern sprechen. Denn, wer sich schämt, der macht sich verletzlich. Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen kommen aber immer wieder in Situationen, die beschämen können. Auch ich habe diese Erfahrung gemacht, wie ich im vergangenen Blog-Artikel berichtet habe. Ich habe mich mit diesem Gefühl immer ziemlich alleine gefühlt. Aber an den Reaktionen auf den Beitrag habe ich gemerkt, dass es vielen Angehörigen ähnlich geht. Ich möchte mit euch 4 Tipps teilen, die mir geholfen haben, besser mit der Scham umzugehen. (Diese Tipps kann man auch auf andere Themen anwenden ;-))
Liebe Mama, manchmal schäme ich mich
Darf ich das überhaupt? Mich wegen der Alzheimer-Erkrankung meiner Mama schämen? Normalerweise kann ich mich gut auf meine Mama einlassen und bin entspannt, aber hin und wieder finde ich mich in Situationen, in denen ich mich schäme. Es sind Momente, die mich fast überfordern und in denen ich mit meinen Gefühlen alleine bin. Warum nur? Schäme ich mich wirklich wegen dir, meine liebe Mama, oder sind es nicht vor allem meine Erwartungen und Vorstellungen, die mich beschämen? Eines habe ich gelernt: Dieses Schamgefühl zu verstecken, macht es meist nicht besser. Was mir hilft, ist zu priorisieren und auf das zu schauen, was wirklich zählt
Kinderfrage zum Nesteln bei Alzheimer: Warum spielt die Oma immer mit ihren Händen?
Mittlerweile hat der Bewegungsdrang meiner Mama deutlich abgenommen. Sie ist ruhiger und läuft nicht mehr so viel umher. Noch vor ein, zwei Jahren war sie manchmal kaum zu bremsen und drehte Runde für Runde um den Esstisch. Mittlerweile setzt sie sich häufig hin und schlummert auch tagsüber immer mal wieder ein. Ihre Hände allerdings sind oft in Bewegung. Wie viele andere Menschen mit Demenz nestelt sie mit ihren Fingern. Ganz typisch ist, dass sie eine Ecke ihres Pullis oder Jäckchens in den Händen hält, sie reibt, knubbelt und dreht. Meine Töchter haben das beobachtet und wollten wissen: Warum spielt die Oma immer mit ihren Händen? Und ich habe ihnen erklärt, was sich hinter dem Nesteln verbirgt und warum die Oma auch ein besonderes Kissen hat.
Mein lieber Bruder, danke, dass wir ein Team für Mama sind!
Ich schreibe hier viel von mir und meiner Mama. In diesem Blog-Artikel geht es um jemanden, der sich mindestens genauso viel – wenn nicht gar mehr – um meine Mama kümmert: um meinen Bruder. Früher war er für mich einfach mein kleiner Bruder (und ja, auch manchmal ziemlich nervig), aber heute bin ich so dankbar, dass er da ist und dass wir ein Team sind, wenn es darum geht, sich um unsere Mama mit Alzheimer zu kümmern und meinen Papa zu unterstützen.
Tipps für Elternkümmerer – Interview mit Petra Wieschalla
Bin ich eine pflegende Angehörige? Lange habe ich mich einfach nur als Tochter einer Mutter mit Alzheimer gesehen – und das obwohl ich mich von Anfang an auch gekümmert habe. Aber mein Papa war immer und ist noch der direkt Pflegende. Mein Bruder und ich sind jedoch immer mehr involviert. Wir machen es gerne, aber wir merken auch, dass dieses Kümmern eine große Aufgabe ist und viel Zeit und Kraft kostet. Worauf man als Elternkümmerer achten sollte, darüber habe ich mit Petra Wieschalla gesprochen. Als Angehörigen-Coach und Demenzberaterin kennt sie die Fallstricke und weiß, warum es so wichtig ist, sich bewusst zu machen, warum und wofür man pflegt.
Liebe Mama, fast hätte ich das Wichtigste vergessen!
Ich war fast eine Woche bei meinen Eltern und wollte so viel erledigen und helfen. Ich habe nur halb so viel geschafft wie erhofft und wollte mich deshalb schon stressen. Doch dann habe ich gemerkt, dass ich das Wichtigste fast vergessen hätte in all den Aufgaben und To-Dos: Zeit mit meiner Mama zu verbringen. Und das habe ich gemacht (statt Haushalt).
