Danke Lächeln
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, dein Lachen und Lächeln tun so gut!

Auf dem Blog schreibe ich viel Trauriges und Nachdenkliches, denn ich bin oft traurig und manchmal auch wütend, dass meine Mama Alzheimer hat – und das obwohl die Diagnose nun schon neun Jahre zurückliegt. Aber auch die Krankheit entwickelt sich weiter – und immer neue Herausforderungen treten auf. Aber: Meine Mama hat zwar Alzheimer, aber wir können trotzdem auch lachen und fröhlich sein. Wenn Mama lacht und lächelt, ist das auch für uns ein Lichtblick. Manchmal kommt es ganz unverhofft, häufig stecken auch die Kinder Mama mit ihrem Lachen an – es tut ihr gut und mir auch. Liebe Mama, wie schön ist es, dich lachen und lächeln zu sehen!

Mama_Tisch
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, warum isst du nicht?

In den vergangenen Monaten hat sich Mamas Essverhalten sehr verändert. Vor einem Jahr hat sie noch selbstständig, mit gutem Appetit und viel Genuss gessen. Mittlerweile fällt es ihr immer schwerer, selbst zu essen. Oft steht das Essen vor ihr, aber sie greift nicht einmal zu. Oder sie hält ein Brötchen in der Hand, aber beißt nicht ab. Warum ist das so? Verlernt Mama durch den Alzheimer das Essen? Es macht mich traurig und verunsichert mich. Was kann sie noch alleine – und wie können wir das fördern? Was hilft ihr?

frei sein
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, macht die Demenz dich frei?

Darf ich diesen Gedanken überhaupt haben? Schon während er sich in meinem Kopf zusammensetzt, frage ich mich das. Frei sein ist etwas Positives, die Alzheimer-Krankheit etwas Negatives – diese Assoziationen habe ich gelernt, irgendwie verinnerlichert. Mama ist mehr und mehr auf Hilfe und Unterstützung angewiesen, aber auf mich wirkt sie oft so zufrieden. Sie ist in ihrer Anders-Welt und irgendwie frei von all dem, was ich an Regeln, Routinen und Erwartungen lebe oder denke leben zu müssen. Und dann merke ich, dass Mamas Alzheimer nicht nur schrecklich und traurig ist, sondern auch ein paar positive Punkte mit sich bringt – und dass ich diese Erkenntnisse nutzen kann (und sollte)

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"Liebe Mama..."

Liebe Mama, riechst du deine Kindheit?

Wisst ihr, was ich im Sommer so liebe? Den Geruch von Gras, das zum Trocknen auf dem Feld liegt und langsam Heu wird. Denn dieser Duft erinnert mich immer an die wunderschönen und unbeschwerten Momente meiner Kindheit. Vor kurzem bin ich mit dem Fahrrad an so einer Wiese vorbei gefahren und auch, wenn es mir an diesem Tag erst gar nicht so gut ging, so hat mir der Duft der Wiese ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ob meine Mama auch solche wunderbaren Geruchs-Erlebnisse hat? Und wo sie die wohl hat? Draußen in der Natur auf jeden Fall, da bin ich mir sicher. Ein Grund mehr, um gemeinsam in der Natur spazieren zu gehen

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"Liebe Mama..."

Liebe Mama, wohin wolltest du gehen?

Vor ein paar Tagen erst habe ich eine Erfahrung gemacht, die für mich ganz schrecklich war: Ich habe meine Mama verloren. Es war gar nicht lange, maximal 20 Minuten, aber es hat sich angefühlt wie Stunden. Und die Gedanken erst, die in meinem Kopf kreuz und quer rasten. In meinem Alltag mit den Kindern bin ich ja manchmal besorgt und ängstlich, aber so panisch voller Angst war ich schon sehr lange nicht mehr. In diesem Brief an meine Mama geht es ums Verlieren und Finden, Fehler machen und daraus lernen.

darf-ich-traurig-sein
"Liebe Mama...", Gefühle verarbeiten

Liebe Mama, darf ich traurig sein?

Eine Achterbahn der Gefühle – das ist die Alzheimer-Erkrankung meiner Mama oft für mich. Anfangs war ich vor allem traurig und habe viel geweint, mit der Zeit habe ich meinen Gefühlen immer weniger Raum gelassen. Dabei bin ich immer noch traurig. Darf ich das? Weinen? Ich bin doch gesund – und meine Mama hat den Alzheimer. Was steckt hinter meiner Trauer? Darüber habe ich mit einer gesprochen, die sich auskennt. Anja Kälin vom Verein Desideria hat mir erklärt, warum es vollkommen in Ordnung und sogar wichtig ist, wenn man als Angehöriger traurig ist und wie ich damit umgehen kann.

KindOmaHand
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, danke, dass du für meine Kinder da bist!

Ich gebe es zu, ich bin oft eher traurig, dass meine Mama nicht die Oma sein kann, die ich mir für meine Kinder gewünscht habe und mir nicht mehr die Mama, die ihre Tochter unterstützt. Aber heute hat meine Achtjährige so etwas Schönes gesagt – und ich habe gemerkt, dass meine Mama auch mit ihrer Alzheimer-Erkrankung für die Kinder da sein kann.