In Gedanken bin ich oft bei meiner Mama, im Alltag allerdings häufig nicht. Ich pflege aus der Ferne. Ist das überhaupt Pflegen? Oder "nur" helfen? Oder nicht mal das? Ich hatte lange keine Worte für das, was ich mache. Es hat sich eigentlich immer angefühlt wie "nicht genug". Ich wollte meine Mama gerne unterstützen und habe dabei ziemlich hohe Erwartungen an mich gehabt – und mich damit selbst unzufrieden gemacht. Denn Pflegen aus der Ferne ist immer auch ein Kompromiss. Aber auch aus der Ferne kann man unterstützen. Diese fünf Dinge finde ich wichtig für das Pflegen aus der Ferne: ein gutes Netzwerk, offener Austauch, Reflektieren, Wertschätzung und meine eigenen Grenzen zu akzeptieren. Der letzte Punkst ist durchaus der schwierigste.
Liebe Mama, manchmal fehlt mir die Zuversicht, manchmal finde ich sie unverhofft.
"Es ist schon gut" - habe ich mir als Mantra für dieses Jahr ausgesucht. Ich versuche mich daran festzuhalten, auch wenn Vieles nicht so gut läuft. Meine Mama hat früher oft gesagt: "Wir beobachten das mal", wenn mir etwas weh getan hat oder "Das wird schon", wenn irgendetwas nicht auf Anhieb geklappt hat. Das hat mir Zuversicht gegeben. Heute fehlt mir dieses Vertrauen in die Zukunft manchmal. Gerade auch die aktuelle Pflegesituation meiner Mama bereitet mir Sorgen und ich frage mich, wie es weitergehen kann und zweifle auch an mir. Doch zum Glück gibt es Momente, in denen ich Zuversicht finde. So einen Moment habe ich neulich erlebt, als meine Mama gefallen ist und meine Tochter zur Stelle war.
#12von12: Mein Januar 2022
Es ist schon Mitte Januar – und der Winter kommt gerade richtig an. Zumindest ist es sehr kalt. Immer noch Corona-trüb. Ein ziemlich normaler Mittwoch mit Arbeiten, Mamasein und Mamavermissen. Und ich bemühe mich, meinem 2022- Mantra "Es ist schon gut", zu folgen: Mein #12von12 im Januar 2022.
Buchvorstellung: „Herausforderung angenommen!“
Zum Auftakt meiner Bücherreihe stelle ich euch ein ganz besonderes Buch vor: "Herausforderung angenommen!". Es gibt viele Ratgeber und Bücher über Demenz und Alzheimer. Aber dieses sticht hervor, weil einer der Autoren – Leo Beni Steinauer – selbst mit demenziellen Veränderungen lebt. Es ist ein echtes Mutmachbuch! Hier findet ihr die Buchbesprechung.
Mein Motto für 2022: Es ist schon gut.
Schon als ich meinen Jahresrückblick geschrieben habe, kam immer wieder die Frage auf, was mein Motto für 2022 wäre. Ich habe ganz schön lange gesucht und gegrübelt: nach dem perfekten Wunsch, nach dem einen richtigen Motto, nach dem hundertprozentigen Wort. Klarheit, Lachen, Zufriedenheit, Wachstum, Sonnenschein, Glück – das sind alles Dinge, die ich mir für 2022 wünsche, und die ich in die Auswahl genommen habe, aber keines davon passte wirklich. Bis ich dem Satz "Es ist schon gut" begegnet bin und gespürt habe, dass ich genau das in meinen Kopf (und mein Herz) hineinbekommen möchte. "Es ist schon gut" soll mich als Mantra in diesem Jahr begleiten.
Liebe Mama, danke für die Überraschung!
In den vergangenen Tagen habe ich viel Zeit mit meiner Mama und meiner Familie verbracht. Ich hatte es mir sehr gewünscht – und dann wurde es doch irgendwie anstrengend und eigentlich hatte ich viel zu wenig Zeit für meine Mama. Sie wirkte oft traurig und abwesend. Am Ende hat sie mich überrascht, mit einem besonderen Moment, den ich immer in meinem Herzen tragen werde. Liebe Mama, danke für die Überraschung!
Liebe Lesende, vielen Dank!
Normalerweise schreibe ich ja Briefe an meine Mama (oder auch mal an meinen Papa, Bruder oder mich), aber dieser Brief ist für dich. Ich tippe diese Zeilen für alle meine Leserinnen und Leser – und sie kommen genauso von Herzen wie all die anderen Briefe.
