Wer sich um andere Menschen kümmert, ist besonders gefordert. Gerade die Betreuung eines Menschen mit Demenz ist oft auch herausfordernd. Mit der Psychologin Dr. Jana Toppe von der Online-Beratung pflegen-und-leben.de habe ich darüber gesprochen, warum das Kümmern und Pflegen so anstrengend ist, wie man Zeichen der Überforderung erkennt und warum es so wichtig ist, dass Angehörige gut für sich selbst sorgen. Wo finden sie Unterstützung? Wer kann beraten? Und wie kann eine Psychotherapie helfen? – Diese Fragen beantwortet sie. Außerdem verrät Jana einen SOS-Tipp für herausfordernde Situationen. Hier findet ihr das Interview mit Jana Toppe. Und: Hier findet ihr auch den Link zum Insta-Live-Talk mit Jana und mir.
Kategorie: Wie ich helfen kann
Wie können pflegende Angehörige bei Alzheimer helfen? Was erleichtert ihren Alltag? Wie geht es Alzheimer-Betroffenen trotz Krankheit gut?
Was man tun kann: Gemeinsam was unternehmen
In einem der letzten Blogbeiträge habe ich über die Erfahrung von einem Arztbesuch geschrieben. "Man kann ja nichts machen", sagte die Ärztin. Stimmt natürlich nicht! Klar, man kann eine Demenz nicht heilen, aber vieles tun, um Menschen mit Demenz zu stärken. Eine aktuelle Studie zeigt, wie wichtig soziale Kontakte sind. Die Forscher fanden heraus, dass psychosoziale Maßnahmen, regelmäßige soziale Kontakte und gemeinsame Aktivitäten zu mehr Lebensqualität und Wohlbefinden sowie zu weniger Demenzsymptomen führt und die Krankheit langsamer fortschreitet. Hier stelle ich euch die Studie des DZNE vor.
„Man kann ja nichts machen“, sagte die Ärztin
Meine Eltern waren bei einer Ärztin – und kamen nach Hause mit der Aussage "Man kann ja nichts machen". Im ersten Moment dachte: Klar, man kann Mamas Alzheimererkrankung nicht heilen. Doch dann begann ich über den Satz nachzudenken und tue es seitdem. Ich finde ihn falsch, denn natürlich kann man etwas machen und sogar etwas, das dem Menschen mit Demenz helfen kann. Davon mal abgesehen: Sollten Ärzt:innen ihren Patient:innen und den Angehörigen nicht so etwas wie Hoffnung geben?
Wie geht es nach der Diagnose Demenz weiter? – Eure Ratschläge
Ich wurde neulich gefragt, ob ich einen Tipp hätte, wie man nach der Diagnose Demenz gut für seinen Angehörigen da sein kann und was im Miteinander hilft. Ich finde ja allgemeine Ratschläge oft schwierig und musste ein wenig nachdenken. Mein Rat war: weiterhin auf Augenhöhe miteinander umzugehen und sich als Partner zu verstehen auf dem Weg mit der Demenz. Ich habe auch eine kleine Umfrage gestartet, was andere raten würden – und die Antworten finde ich so schön, dass ich sie gerne mit euch teilen möchte. Hier sind sie also: Eure Ratschläge - Wie geht es weiter nach der Diagnose Demenz - eure besten Ratschläge.
Familienkonferenz – 5 Tipps, wie sie gelingt
Wenn sich mehrere Familienmitglieder kümmern, ist das eigentlich super. Denn so lassen sich die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen. Aber einfach ist es auch nicht immer... Das kenne ich aus eigener Erfahrung. Jeder möchte für Mama das Beste, aber was genau das Beste ist, da haben wir durchaus unterschiedliche Ansichten – und das führt dann zu Diskussionen. In so einem Fall kann eine Familienkonferenz helfen. Darum geht es in der neuen Folge "Leben, Lieben, Pflegen - Der Podcast zu Demenz und Familie". Anja und ich sprechen darin mit dem Konfliktcoach und Mediator Martin Schönacher darüber, wie man im Gespräch Konflikte lösen kann. Seine fünf Tipps für ein gutes Gespräch und wie man den Menschen mit Demenz gut einbeziehen kann, lest ihr hier.
Lasst uns Fehler machen – und darüber reden!
Als meine Mama vor elf Jahren die Diagnose Alzheimer bekam, habe ich viel darüber gelesen. Ich wollte sie bestmöglich unterstützen und alles richtig machen. Aber: Ich habe so einige Fehler gemacht – und mich deswegen schlecht gefühlt und geärgert. Darüber sprechen wollte ich eher nicht. Mittlerweile sehe ich das anders. Gehören Fehler nicht irgendwie zum Leben dazu? Gerade, wenn man Dinge zum ersten Mal macht, wie ich in der Begleitung und Pflege meiner Mama. Ich wusste zwar viel, aber im Alltag läuft es ja dann doch anders als im Ratgeber. Lasst uns also Fehler machen – und darüber reden! Denn so können wir voneinander lernen.
„Wie kann man das Leben mit Vergesslichkeit und Demenz meistern?“ – Interview mit Christina Pletzer und Peter Wißmann
Viele Ratgeber und Bücher wenden sich an Angehörige von Menschen mit Demenz. Sie können hilfreich sein, um Wissen zu erlangen. Nun haben die beiden Experten Peter Wissmann und Christina Pletzer ein neues Buch herausgebracht, das mehr als ein Ratgeber sein möchte. Es ist zugleich ein Arbeitsbuch und lädt ein, die Perspektiven zu hinterfragen. Ihr Buch ist in engem Austausch mit Betroffenen und Angehörigen entstanden und richtet sich an beide. Peters und Christinas Rat lautet: "Seid euch bewusst, dass ihr nur gemeinsam das Leben mit Beeinträchtigungen meistern könnt! Seid bereit, euch auf Augenhöhe zu begegnen und offen über die jeweiligen Ängste, Befürchtungen und Erwartungen aneinander zu sprechen." Im Interview geben sie weitere Einblicke.
