Community, Diagnose Demenz

Wie geht es nach der Diagnose Demenz weiter? – Eure Ratschläge

Ich wurde neulich gefragt, ob ich einen Tipp hätte, wie man nach der Diagnose Demenz gut für seinen Angehörigen da sein kann und was im Miteinander hilft. Ich finde ja allgemeine Ratschläge oft schwierig und musste ein wenig nachdenken. Mein Rat war: weiterhin auf Augenhöhe miteinander umzugehen und sich als Partner zu verstehen auf dem Weg mit der Demenz. Ich habe auch eine kleine Umfrage gestartet, was andere raten würden – und die Antworten finde ich so schön, dass ich sie gerne mit euch teilen möchte. Hier sind sie also: Eure Ratschläge – Wie geht es weiter nach der Diagnose Demenz – eure besten Ratschläge.

Liebe – und lebe

Diagnose Demenz – und dann?

Als meine Mama damals die Diagnose Alzheimer erhielt, waren wir sehr auf uns alleine gestellt. Der Arzt hat zwar einiges erklärt, aber er konnte natürlich auch nicht sagen, wie es weitergeht. Da waren viele Sorgen, Ängste und Fragen – und niemand konnte sie uns wirklich nehmen. Klar, mit den kommenden Wochen und Monaten hat sich ein neuer Tagesablauf entwickelt, ohne Mamas Berufsleben, aber mit viel Natur und Draußensein.

Als ich neulich gefragt wurde, wie man nach der Diagnose Demenz gut für seinen Angehörigen da sein kann, dachte ich erst daran, zu erzählen, wie wichtig Routinen sind. Klar, Bewegung ist auch gut. Aber dann habe ich daran gedacht, was ich noch viel wichtiger finde: Dass man mit dem Angehörigen oder Freund oder Kollegen (oder wen auch immer) weiterhin auf Augenhöhe umgeht und den Menschen sieht, nicht die Krankheit.

Klar, ist die Krankheit da und ja, sie bringt große Herausforderungen und manchmal auch Veränderungen, aber dennoch ist da nicht nur die Krankheit, sondern immer noch der Mensch. Meine Mama ist meine Mama, nicht die Alzheimer-Patientin.

Für einander da sein nach der Diagnose – Eure Ratschläge

Diese Frage hat mich ein wenig beschäftigt und ich habe eine kleine, kurze Umfrage gestartet und wollte wissen, was andere Angehörige, Pflegekräfte und auch Betroffene raten würden. Hier kommen ihre Ratschläge:

Yasemin: „Auf Augenhöhe und miteinander reden. Offen sein. Den Betroffenen fördern.“ (Sie hat übrigens auch ein lesenswertes Buch geschrieben: „Ich habe Demenz… keine Angst, ist nicht ansteckend“)

Anna: „Akzeptieren, wenn die betroffene Person nicht Therapien/Angebote annimmt.“

Nina: „Respekt, Begegnung auf Augenhöhe. Sich fragen: Was würde ich mir wünschen?“

Sabrina: „Emotionen zulassen. Ich darf so viel Zeit nehmen, wie ich will. Es gibt kein Enddatum für das Verarbeiten.“

Antje: „Weiterleben, weiterlieben und das eigene Herz noch etwas weiter für den Menschen mit Demenz öffnen.“

Tina: „Normal bleiben ist wichtig, nicht die Krankheit in den Vordergrund stellen.“

Fee: „Sich vorstellen, der Mensch hätte etwas eine körperliche Krankheit. Das würde ja auch nichts ändern.“

Barbara: „Über die Zukunft reden und Dinge klären und dann auf Augenhöhe miteinander leben.“

Melanie: „Versuchen, mit den Augen des Erkrankten zu sehen und nicht alles versuchen, zu verstehen.“

Habt ihr noch einen persönlichen Ratschlag? Schreibt ihn gerne in die Kommentare.

4 Gedanken zu „Wie geht es nach der Diagnose Demenz weiter? – Eure Ratschläge“

  1. Ich finde es schwierig, alles miteinander zu besprechen. Ich möchte keine Ängste schüren und weiß ja selbst nicht, wie lange ich die Pflege durchhalten werde.

    1. Vielleicht ist die Frage, was genau “alles” ist: alles, was es gibt oder alles, was mich besorgt oder alles, was ich jetzt gerade empfinde… Und ja, das miteinander besprechen wird abnehmen und weniger werden… zwangsläufig bei einer Krankheit, wie Demenz… aber es bleibt doch oft Zeit, Dinge, die einem wichtig sind, zu bereden, denke ich.

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