Eine Demenzdiagnose verändert Vieles, für die betroffene Person und für die Angehörigen – was genau ist natürlich immer individuell. Es gibt Gedanken und Gefühle, die viele sorgende und pflegende Angehörige teilen. Häufig ist da die Angst, die Person zu verlieren – und ganz ehrlich, das passiert ja, wenn ein Angehöriger an einer Demenz erkrankt. Da kommt Traurigkeit auf, immer mal wieder und manchmal besonders stark.
Vielleicht fühlst du dich in bestimmten Situationen auch hilflos und weißt nicht mehr weiter? Oder du bist wütend, auf die Krankheit und auf das, was im Alltag nicht mehr klappt. Vielleicht schämst du dich auch. Ich kenne das Gefühlschaos ziemlich gut.
Möglicherweise geht es dir wie mir und du versuchst, diese Gefühle wegzuschieben. Besser nicht darüber sprechen, weil es weh tut. So dachte ich lange… Aber wie das bei Gefühlen und miesen Gedanken nun mal so ist: Es hilft nicht wirklich, sie wegzudrücken. Davon mal abgesehen: Gehören sie nicht irgendwie dazu? Zum Leben und zum Leben mit Demenz?
Sind sie nicht vielleicht sogar hilfreich, weil sie uns auf etwas hinweisen? Oder auch helfen können? Traurigkeit bringt Tränen und klar, niemand weint gerne oder fühlt sich hilflos, aber diese Gefühle bringen etwas in Gang – und das können wir uns zunutze machen. Darüber unterhalte ich mich etwa mit Familientherapeutin Anja Kälin in „Gefühle sind eine wertvolle Ressource“.
Mit einer Demenz zu leben bringt jede Menge verschiedener Gefühle auf – nicht alles ist schrecklich. Da sind auch Momente und Gefühle voller Nähe, Zärtlichkeit und Freude. Es ist ein Auf und Ab – und es hilft, darüber zu sprechen.

„Gefühle sind eine wertvolle Ressource“
Interview mit Anja Kälin

„Was ist das Besondere an der Trauer bei Demenz?“
Interview mit Anja Schmidt-Ott











