Expert:innen-Gespräche, Gefühle verarbeiten

Neue Podcastfolge: Was ist unsichtbare Trauer?

Trauer verbinden wir meist mit dem Tod oder Verlust einer Person. Doch Trauer kann sich auch dann zeigen, wenn eine Person noch lebt, wenn wir den Alltag teilen, weil diese Person und die Beziehung mit ihr sich verändert. Angehörige von Menschen mit Demenz erleben diese Art der Trauer, die auch unsichtbare oder unerkannte oder weiße Trauer genannt wird. Was genau dahintersteckt und was hilft, mit dem Gefühl umzugehen, darüber spreche ich mit Anja Schmidt-Ott in der neuen Podcastfolge „Leben. Lieben. Pflegen“

In der neuen Podcastfolge von „Leben. Lieben. Pflegen. Der Desideria-Podcast zu Demenz und Familie“ dreht es sich um das Thema Unsichtbare Trauer. Ich habe schon häufiger darüber geschrieben, weil es ganz besonders für Demenzerkrankungen ist und viele Angehörige von Menschen mit Demenz damit zu tun haben. Unsichtbare Trauer wird manchmal auch unerkannte Trauer oder aberkannte Trauer oder weiße Trauer genannt. Hinter der unsichtbaren Trauer steckt die Trauer um eine Person, die noch lebt – und doch irgendwie verschwindet und sich verändert. So wie das mit einer Demenz ja der Fall ist.

Über viele Jahre habe ich von meiner Mama Abschied genommen, von ihr wie ich sie kannte („Immer wieder Abschied nehmen„), aber auch von unserer gemeinsamen Beziehung und auch von den Wünschen und Vorstellungen, die ich für sie und für uns noch hatte.

Oft habe ich mir gewünscht, sie hätte die Oma sein können, die sie im gesunden Zustand gewesen wäre. Eine, die für ihre Enkelkinder da ist und sich um sie kümmert, mit ihnen gerne Zeit verbringt, ob beim Basteln, Laufen oder Singen. Stattdessen waren die Kinder eher für sie da. Es ist wie es ist, ich weiß. Aber eine gewisse Trauer hat die Krankheit gebracht, schon lange vor Mamas Tod. („Liebe Mama, ich vermisse dich als Oma“)

Vielen Angehörigen ist nicht bewusst, dass sie trauern

Mein Gast in der neuen Folge ist Anja Schmidt-Ott. Sie leitet Angehörigenseminare bei Desideria und arbeitet als Trauerbegleiterin (mehr über Anja).

Anja sagt im Podcast etwas ganz Zentrales: “Vielen Angehörigen ist gar nicht bewusst, dass das, was sie erleben, Trauer ist.” Als pflegende und sorgende Angehörige seien sie oft dauerhaft im “Funktionieren” und haben wenig Raum für eigene Gefühle. Doch: Unterdrückte Gefühle würden häufig in unpassenden Momenten wiederkehren.

In dieser Folge erfahrt ihr:

  • was unsichtbare oder weiße Trauer ist und wie sie sich bei Angehörigen von Menschen mit Demenz zeigen kann
  • dass die Bandbreite an Emotionen groß ist. Trauern ist nicht nur traurig sein, sondern geht auch einher mit Wut, Schuld, Angst, Erleichterung, Lachen und mehr
  • Strategien zum Umgang mit Trauer im Alltag: Austausch, Achtsamkeit, Schreibmethoden
  • wie Trauer Beziehungen beeinflusst und wie Angehörige Unterstützung finden können
  • wie das Umfeld unterstützen kann und was hilfreicher ist als der gut gemeinte Satz: “Melde dich, wenn ich was tun kann”

Trauern bedeutet, jemanden zu lieben

Auch, wenn es auf den ersten Blick vielleicht leichter fällt, die Trauer unterdrücken zu wollen, so wird deutlich: Trauern ist wichtig und tut gut. Und Anja Schmidt-Ott sagt: „Trauern bedeutet ja, jemanden zu lieben. Wenn wir die Trauer nicht zulassen und wegdrücken, dann drücken wir auch ein Stück unserer Liebe weg.“

Hört gerne hinein in diese Podcastfolge “Leben. Lieben. Pflegen. Der Desideria-Podcast zu Demenz und Familie”.

Ich freue mich sehr, wenn ihr die Folge an andere Angehörige und Interessierte weiterleitet. Wenn euch die Folge gefallen hat, bewertet sie bitte bei Spotify oder Apple Podcasts. Ihr helft dem Podcast damit sehr, dass er auch andere Angehörige erreicht.

Hier könnt ihr den Podcastkanal abonnieren: pcast://leben-lieben-pflegen.podigee.io/feed/mp3

In dieser Folge “Leben. Lieben. Pflegen. Der Desideria-Podcast zu Demenz und Familie” spricht Peggy Elfmann mit ihrem Gast Anja Schmidt-Ott über eine besondere Form der Trauer: die unsichtbare Trauer, auch weiße Trauer genannt. So nennt man einen Trauerprozess, der beginnt, wenn eine Person noch im Leben steht und immer mehr verschwindet. So wie das bei einer Demenzerkrankung der Fall ist. “Vielen Angehörigen ist gar nicht bewusst, dass das, was sie erleben, Trauer ist.” Als pflegende und sorgende Angehörige sind sie oft dauerhaft im “Funktionieren” und haben wenig Raum für eigene Gefühle. Doch: Unterdrückte Gefühle kehren häufig in unpassenden Momenten wieder und sie können nicht nur den Alltag, sondern auch die Beziehung zu der Person trüben. In dieser Podcastfolge spricht Anja Schmidt-Ott, Trauerbegleiterin und Angehörigen-Coach bei Desideria, darüber, welche Strategien Angehörigen im Umgang mit der Trauer helfen können.

4 Gedanken zu „Neue Podcastfolge: Was ist unsichtbare Trauer?“

  1. Ich verstehe jetzt die „Weiße Trauer“, denn ich erlebe das auch bei der Demenz meines 81- jährigen Mannes .

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