Die Diagnose Demenz bringt oft viele Herausforderungen für Familien mit sich, aber selten ist das die einzige. Eine Demenzerkrankung und der unterschiedliche Umgang damit kann Konflikte in der Familie (wieder) verstärken. „Die Diagnose Demenz fällt nicht auf ein weißes Blatt“, erklärt meine Podcast-Partnerin und Familiencoach Anja Kälin in der aktuellen Podcastfolge von „Leben. Lieben. Pflegen“. Zu Gast ist Nadine, die von ihrer Situation spricht – und darüber, was ihr hilft. Eine ehrliche Geschichte, die Mut macht.

Habt ihr schon in die aktuelle Folge von „Leben. Lieben. Pflegen. Der Desideria Podcast zu Demenz und Familie“ gehört? Falls nicht, möchte ich euch diese Podcastfolge (Folge 43) sehr ans Herz legen. Anja und ich haben Nadine zu Gast und sprechen mit ihr über ein Thema, das viele kennen, aber nur wenig besprochen wird: Wie mit verschiedenen Erwartungen und Konflikten umgehen?
Diese Themen findest du in diesem Blog-Artikel
Wenn mit der Demenz alte Muster und Konflikte auftauch
Nadines Mutter Rita erhielt vor über vier Jahren die Diagnose Demenz. Seither begleitet Nadine ihre Eltern auf dem Weg mit der Erkrankung – dabei tun sich alte Rollenmuster und damit verbundene Probleme auf. Nadine möchte ihrer Mama helfen, aber spürt oft, dass ihr Vater andere Vorstellungen davon hat, wie diese Hilfe aussehen sollte.
Einerseits sind da große Erwartungen. „Die Erwartungshaltung an mich als Kind war – und ist immer noch – sehr hoch. Das wurde auch so ausgeprochen“, erzählt Nadine. „Wenn es nicht so gut lief, hat mein Vater angerufen und gesagt: Du musst dich jetzt auch mal kümmern.“
Auf der einen Seite wies und weist ihr Vater Nadines Vorschläge und ihr Engagement zurück. Ein Miteinander und gemeinsames Kümmern um die an Alzheimer erkrankte Mutter sei schwierig, berichtet Nadine.
Meine Podcast-Partnerin und Familiencoach Anja Kälin von Desideria erklärt: „Die Diagnose Demenz fällt nicht auf ein weißes Blatt.“ Eine Demenzerkrankung könne dazu führen, dass in der Familie alte Rollen und bekannte Muster wieder oder verstärkt zum Vorschein kommen oder alte Wunden aufbrechen – und so auch Konflikte entstehen.
Offenheit und Austausch können helfen
Wie damit umgehen? Was kann helfen? Darüber sprechen Anja und ich mit Nadine. Mich hat sehr beeindruckt, wie Nadine ihren Weg gefunden hat. Ich bin dankbar für ihre offenen Worte – und ich denke, dass in dieser Offenheit ein wichtiger Schlüssel liegt, um besser mit dieser Herausforderungen umzugehen.
Im Podcastgespräch erzählt Nadine auch, wie sie für sich einen Weg gefunden hat und immer wieder findet, um besser damit umzugehen und für ihre Mutter weiterhin da zu sein und sich um sie zu kümmern.
Besonders gut tut ihr der Austausch mit anderen Angehörigen und die Offenheit und Vertrautheit, die im Miteinander herrscht. (Hier könnt ihr auch die Mutmachgeschichte mit Nadine lesen.)
Beim Pflegen und Kümmern gehe es oft auch um das Loslassen und Grenzenziehen, so Anja. Gerade, wenn alte Verhaltens- oder Rollenmuster die Pflege erschweren, sei das hilfreich. Anjas Rat für schwierige Fragen und Themen: „Es kann hilfreich sein, eine Autorität von außen hinzuziehen, um dem ganzen eine andere Dimension zu verleihen.“
Als Kind die Eltern zu unterstützen ist oft eine Herausfsorderung, das kenne ich auch. Hier findet ihr einen Text, in dem ich darüber geschrieben habe „Wie kann ich als Tochter oder Sohn helfen?“ und hier einenen Buchtipp: „Überlebenstipps für Elternkümmerer“.
Hört gerne mal rein in die aktuelle Podcastfolge von „Leben. Lieben. Pflegen“! Leitet den Podcast gerne an Angehörige und Interessierte weiter.

Ein Gedanke zu „Demenz & Konflikte in der Familie“