Musik wird ja häufig als Königsweg im Umgang mit Menschen mit Demenz genannt. Aber was steckt eigentlich dahinter? Wie kann Musik bei Demenzerkrankungen helfen? Wie kann es sein, dass Menschen mit Demenz zwar vieles vergessen, aber Liedtexte und Melodien präsent bleiben? Das sind Themen in der neuen Podcastfolge „Leben. Lieben. Pflegen. Der Desideria-Podcast zu Demenz und Familie“ mit meinem Gast Dr. Sarah Straub.

In der neuen Podcastfolge „Leben. Lieben. Pflegen“ von Desideria geht es um das Thema Musik. Mein Gast ist Dr. Sarah Straub. Sie ist Musikerin und Sängerin und Neuropsychologin und arbeitet und forscht am Universitätsklinikum Ulm – und damit eigentlich die perfekte Gesprächspartnerin.
Musik wird ja gern als Königsweg beschrieben, um Menschen mit Demenz zu erreichen. Ich wollte von Sarah Straub wissen, was Musik so besonders macht und wie sie auf Menschen mit Demenz wirken kann.
Sarah sagte: „Musik ist nicht das Wundermittel schlechthin. Das wäre natürlich großartig, könnten wir Demenzerkrankungen heilen durch Musik. So ist es nicht. Aber es ist sehr wohl wissenschaftlich belegt, dass es eine Wirkung hat auf Menschen mit Demenz und auch auf den Verlauf der Erkrankung. Deswegen ist es auch tatsächlich als Therapieform anerkannt. Ganz offiziell auch in den Leitlinien für Demenzerkrankungen empfohlen. Musiktherapie hat klare Ziele und diese Ziele sind Entspannung fördern, die Stimmung stabilisieren, Wohlbefinden stärken. Erinnerungen aktivieren.“
Nicht nur als Therapie, auch im Alltag kann Musik eine hilfreiche Rolle spielen. Sie kann die Kommunikation aufrechterhalten und fördern. Musik kann Menschen erreichen, wenn sie ganz in ihrer Welt oder zurückgezogen sind. Ich kann mich selber gut erinnern, wie meine Mama auf Musik reagierte, wie beschwingt sie dadurch oft wirkte.
Diese Themen findest du in diesem Blog-Artikel
Musik im Pflegealltag mit Demenz einsetzen
Und wie lässt sich Musik gut im Alltag integrieren? „Was ich ganz wertvoll finde, ist zum einen mit Musik zu arbeiten, um Atmosphäre zu schaffen. Also man muss im Alltag immer ein bisschen aufpassen. Zum Beispiel würde ich davon abraten, Musik zu hören beim Essen, weil es eher ablenkt und je nach Stadium dann auch eher stört oder Stress auslösen kann“, erklärte Sarah Straub.
Ihr Tipps: “ Grundsätzlich, wenn man eben dann nachmittags zusammen ist, kann Musik eben auch eine bestimmte Stimmung fördern, wenn wir sie einsetzen. Also ich würde jetzt niemals, wenn ich jetzt an meine Oma denke, den Radio anschalten, weil das viel zu anstrengend ist, diese unterschiedliche Musik die ganze Zeit wahrzunehmen und man wird davon beeinflusst, sondern eher Musik ganz gezielt einzusetzen, weil sie entspannend wirkt, ruhige Klänge, eher sowas, was wir als Meditationsmusik zum Beispiel beschreiben und mir einfach einzelne Aktivitäten rauszusuchen, die gemeinschaftsfördernd sind. Zum Beispiel zu gucken, gibt es bei uns in der Nähe vielleicht einen demenzsensiblen Chor, wo wir gemeinsam auch hingehen können. Es geht ja auch um Teilhabe.“
Weitere Themen im Podcast:
- Was passiert im Gehirn, wenn Musik gehört oder selbst gemacht wird?
- Wie kann Musik Menschen mit Demenz erreichen, selbst im fortgeschrittenen Stadium?
- Musik als Demenzprävention und warum es nie zu spät ist, ein Instrument zu lernen
Hört gerne mal in die Folge hinein. Ich hoffe, dass ihr viel aus dieser Folge mitnehmen könnt.
Eure Peggy

Ein Gedanke zu „Wie hilft Musik bei Demenz?“