Als klar war, dass Mama ins Pflegeheim umzieht, ging es irgendwie schnell. Ich habe ihre Sachen gepackt und bin ein wenig ratlos durchs Haus gelaufen: Was sollte mit? Was hätte Mama gerne dabei? Ich habe diese Frage auf Social Media und hier gestellt und sehr viele Antworten von Angehörigen, Pflegenden und Betreuenden bekommen. Herausgekommen ist eine lange Liste mit Tipps, was man beim Einzug ins Pflegeheim oder zur Kurzzeitpflege mitgeben sollte. Hier findet ihr die Liste mit 55 Ideen.
Was sollte mit ins Pflegeheim?
In letzter Zeit rückte das Thema Pflegeheim näher, erst im Schneckentempo und dann im Galopp. Als feststand, dass Mama in ein Pflegeheim ziehen würde, blieb recht wenig Zeit zum Packen. Ich habe mich ziemlich ratlos gefühlt. Beim Erstgespräch hatten wir erfahren, was wir mitnehmen sollten (Vollmachten, Kleidung, Schuhe etc). Und dann sagte die Leiterin noch, dass wir natürlich auch Dinge mitgeben könnten, die Mama gut tun. Auch für kleine Möbel sei Platz im Zimmer. Am Abend ging ich im Haus meiner Eltern umher, traurig und suchend und fragte mich, was Mama wohl gerne bei sich hätte.
„Was sollte mit ins Pflegeheim?“ habe ich auf Social Media gefragt und viele Antworten und Nachrichten bekommen. Herausgekommen ist eine lange Liste an Dingen. Ganz klarer Favorit unter den Antworten: kuschelige, weiche Dinge wie die Kuscheldecke oder das Lieblingskissen. Etwas weiches Warmes fühlen – das tut vielen Menschen sehr gut. Der Tastsinn bleibt Menschen sehr lange erhalten. Über die Hände und den Körper werden feine Berührungen und tun gut. Auch Fotos und vertraute Gegenstände sollten unbedingt mit, das habe ich sehr oft als Tipp bekommen. Demnächst zeige ich euch, was ich für Mama alles mitgenommen habe. Vielen Dank für all eure Tipps! Hier findet ihr die komplette Liste mit all den Ideen von anderen Angehörigen und Pflegenden.
55 Ideen „Was sollte mit ins Pflegeheim?“
- Kuscheldecke
- Lieblingskissen
- Nesteldecke (hier findet ihr einen Artikel auf meinem Blog dazu)
- eigenes Bettzeug mit Bettwäsche
- ein Kleidungsstück des Partners zum Riechen und Wohlfühlen
- Kuschelsocken
- Lieblings-Tagesdecke
- Kuscheltier
- gute, gewohnte Kosmetikprodukte
- Lieblingscreme, das gibt einen bekannten Geruch
- ätherische Öle als Roll-on
- den Lieblingsparfum in kleiner Größe
- Lieblingsduft für einen Diffuser
- ein kleines vertrautes Möbelstück (Sessel oder Kommode), wenn es machbar ist
- es soll die Erinnerung positiv und mit einem Wohlfühlgefühl triggern
- alles, was gut tut
- ein Deko-Element aus dem heimischen Wohnzimmer
- Dinge, die lieb und wichtig sind
- vertraute Gegenstände, die Erinnerungen und Trost spenden
- Dinge, die einem das Gefühl von Zuhause geben
- eine schöne Lampe
- Regal für die Wand
- eine Erinnerungsbox
- ein vertrauter Sessel
- Nähschränkchen (ohne Nähzeug, aber es war ein Lieblingsgegenstand)
- kleine Lampe für die Gemütlichkeit, denn in Pflegeheimen gibt’s oft nur das große Zimmerlicht
- kleines Nachtlicht, das bei Berühung angeht und von alleine ausgeht, so hat man immer schnell Licht, auch zum Finden des Lichtschalters oder der Notklingel
- eigene Topfpflanzen
- schöner Strauß Blumen
- Lieblingsblumen als künstliche Blumen (erfreuen immer und machen keine Arbeit)
- den eigenen Wecker
- Dekoration mit Wiedererkennungswert
- Radio
- kleiner CD-Player mit Lieblingsmusik
- kleine Lautsprecher, um dann übers Handy Musik abspielen zu können
- Brille
- ein paar Bücher (zum Vorlesen lassen)
- bequeme, feste Schuhe
- bequeme Schuhe, die keine Sturzgefahr bieten (z.B. Sandalen mit Socken)
- Bilder, am besten beschriftet auf dem Rahmen (als Gesprächsanregung für die Mitarbeitenden dort)
- Fotos von den Herzensmenschen
- Bilder für die Wände
- selbstgebastelte Dinge der Enkelkinder
- Kamera, sodass man sich mal zuschalten und videotelefonieren kann
- Bilder von der Familie
- Bilder aus der Kindheit zur Personenzentrierung
- die Bilder genau beschriften, zum Beispiel „das ist meine Tochter Peggy mit den Enkelinnen bei uns im Garten“
- Lieblingsfotoalbum
- Fotos, auf denen die Person etwas tut, was ihr wichtig war oder was sie gerne gemacht hat, etwa im Garten arbeiten oder wandern (so bekommen Ergotherapeutinnen ein gutes Gefühl für den Menschen)
- Fotos in Einsteckalben und auf die nebenseite die Namen schreiben, damit die Ergotherapeutinnen und Alltagsbegleiterinnen Informationen bekommen
- viele Informationen aus die Biographie (hier findet ihr eine Vorlage zum gratis Download)
- Fotokalender mit den Enkelkindern
- ein „Haus der Geborgenheit“ schaffen (mehr dazu findet ihr bei Ruth Wenzel: Was mit Demenz noch geht)
- Atemübungen im Hinterkopf zur Beruhigung für einen selbst
- nicht mit in die Pflegeeinrichtung sollte: das schlechte Gewissen (danke, liebe Anne!)
Und noch mehr Tipps aus der Community:
- Lieblingsgetränke und -knabbereien
- Kapselkaffeemaschine und Milchaufschäumer für den geliebten Morgenkaffee
- Radio mit Stationstasten und Liste mit Lieblingssendungen daneben gelegt
- Zettel mit Lieblingssendern für den Fernseher
- Vogelhäuschen am Fenster
- großer Kalender, auf dem die Termine eingetragen werden können (Gabriele erklärt: „damit komme ich als Betreuerin gut ins Gespräch und nutze das häufig, gerade ich das Gefühl habe, jemand wartet“
- nichts Neues kaufen: egal ob Anziehsachen, Ohrensessel oder Bettwäsche („die neuen Dinge werden oft nicht erkannt“)
- jahreszeitliche Dekoration (z.B. Weihnachten ein Schwibbogen mit Lichtern und Sternen)
Alles auf einen Blick – 25 Dinge fürs Pflegeheim
Noch mehr Ideen? Wenn du noch einen Tipp hast und die Liste ergänzen möchtest, freue ich mich. Schreib es gerne in die Kommentare, was deiner Erfahrung nach unbedingt mit ins Pflegeheim sollte, um sich wohlzufühlen. DANKE!

