Lässt sich das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, beeinflussen? Ja! Immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen finden Belege dafür, dass sich das persönliche Demenzrisiko senken lässt. Auf welche Faktoren es dabei ankommt, darüber habe ich in der neuen Podcastfolge „Leben. Lieben. Pflegen“ mit Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer gesprochen. „Wir können etwas tun“, ist er überzeugt und erklärt die Rolle von Hörproblemen, Stress, sozialer Einsamkeit, Bewegung – und was jeder Einzelne konkret tun kann. Besonders berührt hat mich, als Grönemeyer von seinen persönlichen Erfahrungen als Angehöriger gesprochen hat und was ihm im Umgang mit der Demenz seiner Mutter und seines Vaters geholfen hat.
Es ist über hundert Jahre her, dass Alois Alzheimer erstmals eine Demenzerkrankung beschrieb: die Alzheimer-Krankheit wurde nach ihm benannt. In all den Jahren haben sich Wissenschaftler damit beschäftigt und zu den Ursachen geforscht. Noch immer lässt sich nicht sagen, was genau dazu führt, dass ein Mensch an einer Demenz erkrankt. Aber es gibt mittlerweile etliche Studien, die untersucht haben, wie sich das Demenzrisiko beeinflussen lässt. „Wir können etwas tun“, sagt Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer. Er ist mein Gast in der neuen Podcastfolge „Leben. Lieben. Pflegen“ und wir unterhalten uns über die Risikofaktoren und was jeder einzelne tun kann, um das persönliche Risiko zu senken.
Wissenschaftler gehen von 14 Faktoren aus. Dazu zählen beispielsweise Hörbeschwerden, Bluthochdruck, zu hoher Cholesterinspiegel, Übergewicht aber auch Einsamkeit und Stress. (Hier findet ihr die Studie im Fachmagazin Lancet mit einer Übersicht aller Risikofaktoren). Was mich im Gespräch mit Prof. Grönemeyer besonders beschäftigt hat: Welche Rolle hat unser Stressempfinden und Wohlbefinden? Wie können unbearbeitete Traumata dazu beitragen, dass Menschen eine Demenz entwickeln? Und was lässt sich dagegen tun? Dazu sagte Grönemeyer: „Für mich ist diese Auseinandersetzung mit Stress und mit Traumata so wesentlich, nämlich proaktiv zu werden und die Chance zu nutzen, die da drin liegt, sich eben damit auseinanderzusetzen.“ Auch in Grönemeyers neuem Buch geht es um Vorbeugung von Demenz („Demenz. Gezielt vorbeugen, ganzheitlich verstehen, liebevoll begleiten“, Ludwig Verlag).
Sehr berührt haben mich seine persönlichen Berichte. Sowohl Mutter als auch Vater waren an Demenz erkrankt und Dietrich Grönemeyer erzählt, dass er erst den Umgang mit der Demenz lernen musste. Anfangs habe er das aggressive Verhalten des Vaters sehr persönlich genommen, sagte er. Er habe diese Aggression nicht verstanden, konnte nicht damit umgehen. „Ich habe erst dadurch, dass ich mich an Menschen gewandt habe, etwa in der Alzheimer-Gesellschaft, die bei uns um die Ecke war,… da habe ich Schritt für Schritt gelernt, damit umzugehen“, erzählt er.
Mich hat das Interview sehr berührt, hört gerne mal hinein!
