Das bin ich

Ich bin Mutter von drei Kindern und Tochter einer wunderbaren Frau. Ich arbeite als Journalistin und liebe es zu recherchieren, mit Menschen zu sprechen und über sie zu schreiben. Ich habe Ethnologie studiert und liebend gerne in Südäthiopien geforscht. Meine Themen waren schon immer Frauen und Mädchen und darüber habe ich auch meine Magisterarbeit geschrieben. Ich habe drei Töchter und versuche ihnen ein Vorbild zu sein, in dem was ich denke und wie ich handle. Als wäre das nicht schon schwer genug…

Der Alzheimer kam an einem Donnerstag im August 2011 in mein Leben. Mein Papa rief abends an und sagte: „Setz dich bitte erstmal…“ Meine Mama war für ein paar Tage zu einer Untersuchung in der Klinik gewesen. Die Diagnose Alzheimer-Demenz kam wie ein Schock über uns. Sie war 55 Jahre, das ist extrem früh und es war für uns alle unglaublich. Mich macht es heute noch traurig, denn es gibt so viele Dinge, die ich meine Mama gerne gefragt hätte, jetzt, wo ich selber Kinder habe. Ich vermisse sie als Vertraute und als Mutter. Darüber schreibe ich in meinen Mutter-Tochter-Gesprächen.

Mittlerweile ist die Krankheit mit voller Wucht bei uns angekommen. Mein Papa ist liebevoll für sie da. Ich lebe viele Kilometer von meiner kranken Mama entfernt und möchte für sie da zu sein. Ich möchte mich kümmern, aber gleichzeitig brauchen mich meine drei Kinder auch sehr. Es ist ein Zwiespalt und ich habe ein permament schlechtes Gewissen. Aber ich versuche so gut es geht, für sie da zu sein und zu helfen. Diese Erfahrungen möchteich gerne weitergeben. Darum geht es in „Wie kann ich helfen?“

Alzheimer ist keine Einzelerkrankung, die Krankheit betrifft die ganze Familie, die Partner und Partnerinnen, die Töchter und Söhne, die Enkel und Enkelinnen, die Freunde … Es ist ein „Alzheimer und wir“. Jede Familie findet da andere Lösungen und Strategien. Ich möchte zeigen, wie wir damit umgehen. Ganz besonders geht es mir auch um die Sichtweise meiner Kinder. Die ist manchmal ganz anders als die von uns Erwachsenen und macht mir oft Mut. Mut, dass wir an der Krankheit wachsen können. Und ich weiß, dass man trotz Alzheimer immer noch schöne Erfahrungen teilen kann. Meine Mama zum Beispiel kann herzhaft lachen, mit so einer Freude, die alle ansteckt.


Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Meinungen!

Eure Peggy