frei sein
"Liebe Mama..."

Liebe Mama, bist du frei?

Darf ich diesen Gedanken überhaupt haben? Schon während er sich in meinem Kopf zusammensetzt, frage ich mich das. Frei sein ist etwas Positives, die Alzheimer-Krankheit etwas Negatives – diese Assoziationen habe ich gelernt, irgendwie verinnerlichert. Mama ist mehr und mehr auf Hilfe und Unterstützung angewiesen, aber auf mich wirkt sie oft so zufrieden. Sie ist in ihrer Anders-Welt und irgendwie frei von all dem, was ich an Regeln, Routinen und Erwartungen lebe oder denke leben zu müssen. Und dann merke ich, dass Mamas Alzheimer nicht nur schrecklich und traurig ist, sondern auch ein paar positive Punkte mit sich bringt – und dass ich diese Erkenntnisse nutzen kann (und sollte)

"Liebe Mama..."

Liebe Mama, vermisst du das Laufen?

Als ich heute früh im Schlosspark joggen war, musste ich viel an dich denken. Du hast in deinem Leben immer Sport gemacht und warst aktiv. Du bist sogar am Anfang nach der Alzheimer-Diagnose noch mal durchgestartet, warst viel joggen und hast an Wettkämpfen teilgenommen, trotz deiner Demenz. Doch nun, seitdem die Erkrankung so weit fortgeschritten ist, geht all das nicht mehr. Wie geht es dir damit?